Gericht: Blutender Finger rechtfertig keine rasante Fahrt

Auf einer Richterbank im Landgericht liegt ein Richterhammer aus Holz. Foto: Uli Deck/dpa/Archivbild
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29. Mai 2020 - 11:21 Uhr

Auch wer wegen einer blutenden Fingerverletzung in eine Klinik fährt, muss sich laut einem Gerichtsurteil an bestehende Geschwindigkeitsbeschränkungen halten. Das Amtsgericht Frankfurt hat nach eigenen Angaben vom Freitag eine Strafe gegen einen Autofahrer verhängt, der auf dem Weg ins Krankenhaus mit 80 statt der erlaubten 30 Stundenkilometer geblitzt wurde. Der Mann hatte nicht auf den Rettungswagen warten sondern seine Frau selbst zu einem Arzt bringen wollen, nachdem sie sich beim Kochen in den Finger geschnitten hatte (971 Owi 955 Js-OWi 65423/19).

Dafür muss der Raser nun einen Monat auf seinen Führerschein verzichten und 235 Euro zahlen. Ein Schnitt berge keine "Gefahr für Leib und Leben der Ehefrau", begründete das Gericht seine Entscheidung. Zudem sei es zumutbar gewesen, einen Rettungswagen zu rufen. Die Entscheidung vom 22. März ist rechtskräftig.

Quelle: DPA