Schon wieder Ärger um den kleinen Mops

Gepfändeter Ebay-Mops „Edda“ jetzt ein Fall fürs Gericht

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21. Juli 2019 - 11:47 Uhr

Schon wieder Ärger um Mops Edda

Der Streit um den gepfändeten und bei Ebay-Kleinanzeigen verkauften Mops "Edda" geht in die nächste Runde. Nachdem die neue Besitzerin wegen anfallender Tierarztkosten und arglistiger Täuschung gegen die Stadt Ahlen geklagt hatte, befasst sich die nächst höhere Instanz, das Landgericht Münster, mit dem Fall. Grund dafür: Die Kosten belaufen sich mittlerweile auf mehr als 13.000 Euro.

Was bisher geschah...

Die Stadt Ahlen in Westfalen ließ den kleinen Mops Edda pfänden, weil dessen Familie wegen Steuerschulen in Zahlungsnot geraten war. Michaela Jordan, eine Polizistin aus dem Rheinland, konnte ihr Glück zunächst kaum fassen, denn einen reinrassigen Mops für 750 Euro zu bekommen, ist ein echter Glücksfall.

Doch ganz so glücklich blieb sie nicht lange, denn so gesund, wie in der Ebay-Anzeige angegeben, ist die kleine Edda nicht. Schon nach wenigen Wochen beliefen sich die Tierarztkosten auf mehr als 1.000 Euro. Dieses Geld will die Mops-Besitzerin von der Stadt Ahlen, die als Verkäufer die Ebay-Anzeige geschaltet hat, erstattet bekommen.

Jetzt entscheiden Gerichte über Edda

Laut ihrem Anwalt würden sich allein die Kosten für Medikamente bei einer Lebensdauer von 15 Jahren auf 13.000 Euro summieren. Der Streitwert liegt sogar noch höher - womit das Amtsgericht Ahlen nicht mehr zuständig ist. Auf Antrag des Anwalts verwies das Gericht den Fall an das höhere Gericht: Das Landgericht Münster.

Die Kammer in Münster solle nicht nur über den Schadenersatz entscheiden, sondern "auch über die Rechtsfrage, ob die Pfändung überhaupt zulässig war", so Anwalt Wolfgang Kalla: "Viele Menschen können von Pfändungen von Haustieren betroffen sein - hier muss es Rechtssicherheit für Mensch und Tier geben."

Wann über den Fall verhandelt wird, ist noch unklar. Laut Amtsgericht werden zunächst die Streitparteien über den Entschluss informiert.

Die „Mops-Krise“ von Ahlen

Der Fall um den gepfändeten und versteigerten Mops Edda hatte Anfang des Jahres für viel Aufmerksamkeit gesorgt. Selbst das Innenministerium hat sich zu der ungewöhnlichen Pfändung geäußert und geklärt, ob der Mops überhaupt hätte gepfändet werden dürfen. Schließlich handelt es sich um ein lebendes Tier.