Georgien: Viele Festnahmen bei Protesten

12. Februar 2016 - 22:40 Uhr

In der Kaukasusrepublik Georgien sind bei Zusammenstößen zwischen Gegnern von Präsident Michail Saakaschwili und der Polizei zahlreiche Menschen festgenommen worden. Nach einer Kundgebung mit etwa 5000 Teilnehmern in der Hauptstadt Tiflis habe eine Sondereinheit Gummigeschosse abgefeuert, teilte am Sonntag das Innenministerium mit. Zuvor hätten Demonstranten vor dem Sitz des Staatsfernsehens die Polizei mit Stöcken angegriffen. Die Opposition widersprach der Darstellung. In der Stadt Batumi war es am Samstag bei Protesten mit etwa 2000 Teilnehmern ebenfalls zu Zusammenstößen gekommen. Kritiker werfen Saakaschwili autoritäre Tendenzen vor.

"Er trägt Schuld an der tiefen politischen und wirtschaftlichen Krise im Land", sagte die Oppositionsführerin und Ex-Parlamentsvorsitzende Nino Burdschanadse bei der zentralen Kundgebung in Tiflis. "Saakaschwili zerstört Georgien", kritisierte auch die populäre Ex-Schachweltmeisterin Nona Gaprindaschwili als eine Hauptrednerin. Der Staatschef sieht sich dem Vorwurf ausgesetzt, das Land im August 2008 in einen Krieg mit Russland geführt zu haben. Infolge des Blutvergießens verlor Georgien die Kontrolle über die abtrünnigen Regionen Abchasien und Südossetien, die Moskau mittlerweile als unabhängige Staaten anerkannt hat.