Landesweit Proteste gegen rassistische Polizeigewalt

Familie trauert um George Floyd: „Meine Tochter musste ihren Vater sterben sehen - im Fernsehen“

02. Juni 2020 - 9:36 Uhr

Auch in der fünften Nacht in Folge Ausschreitungen in Minnesota

Der Tod George Floyds bei einer brutalen Festnahme in Minnesota versetzt die USA in einen absoluten Ausnahmezustand. In vielen Städten gibt es Proteste, neben friedlichen Demonstrationen auch Ausschreitungen, Plünderungen und gewalttätige Auseinandersetzungen mit der Polizei. Während Floyds Tod als neuester Fall mutmaßlich rassistischer Polizeigewalt landesweite Bedeutung hat, muss die Familie versuchen ihren persönlichen Verlust zu verarbeiten. "Meine Tochter musste ihren Vater sterben sehen - im Fernsehen", sagte Rose Hudson in einem US-Interview. Ihr Statement und Bilder der Proteste sehen Sie im Video.

USA: Proteste gegen Rassismus in zahlreichen Städten

Von Los Angeles über Miami bis Chicago gingen am Samstag Tausende auf die Straße. "I can't breathe", skandierten sie, "Ich bekomme keine Luft." Das waren die Worte von George Floyd, den am Montag in Minneapolis ein weißer Polizist minutenlang mit dem Knie auf dem Hals zu Boden gedrückt hatte. Floyd starb wenig später im Krankenhaus.

Seither weiten sich in den USA die Demonstrationen gegen Rassismus und Polizeigewalt aus. In einigen Städten wurden Ausgangssperren verhängt: unter anderem in Atlanta, Los Angeles, Philadelphia, Denver, Cincinnati, Portland/Oregon und Louisville im Bundesstaat Kentucky. Kundgebungen gab es unter anderem in Dallas, Chicago, Seattle, Salt Lake City und Cleveland.

Wie der US-Sender NBC unter Berufung auf die Polizei berichtet, starb in Indianapolis ein Mensch bei Protesten. Die Umstände sind noch unklar, die Polizei twitterte ihre Beamten seien nicht involviert gewesen.

Tränengas und Pfefferspray in Minneapolis - Video vom Samstagabend

In Minneapolis war es auf den Straßen tagsüber weitgehend ruhig. Die Nationalgarde patrouillierte in gepanzerten Fahrzeugen in der Stadt. Später schlossen die Behörden mehrere Autobahnen in die Metropolregion, die die beiden Großstädte Minneapolis und Saint Paul im Bundesstaat Minnesota bilden.

In der Abenddämmerung, etwa eine halbe Stunde nach Beginn der Ausgangssperre, rückte eine Polizeikette in Minneapolis zu einer Stelle vor, wo sich rund 500 Demonstranten in der Nähe einer ausgebrannten Bank versammelt hatten. Die Polizei setzte Tränengas, Pfefferspray und Plastikgeschosse ein, um die Menge zu vertreiben.