Protest gegen Rassismus & Polizeigewalt

McKennie will weiter protestieren und nimmt Strafen in Kauf

Fussball 1. Bundesliga/ FC Schalke 04 - Werder Bremen Weston McKENNIE (GE) mit einer Armbinde Justice for George Floyd
© SVEN SIMON/ Anke Waelischmiller/, Anke Waelischmiller/SVEN SIMON, Malte Ossowski

02. Juni 2020 - 17:51 Uhr

McKennie hofft auf weitere Unterstützung

Schalkes Weston McKennie war der erste Bundesligaspieler, der seinen Protest gegen Rassismus und Polizeigewalt in Bezug auf den Tod des Afroamerikaners George Floyd in die Öffentlichkeit getragen hat. Nun kündigte der US-Nationalspieler an, seinen Protest fortzusetzen. Dafür würde er auch Strafen in Kauf nehmen.

"Dann muss ich das tun"

Er werde George Floyd weiter "meine Anerkennung zollen", sagte der Mittelfeldspieler dem US-Magazin "Forbes": "Wenn ich die Konsequenzen dafür tragen muss, dass ich meine Meinung äußere, meine Gefühle äußere, für das aufstehe, an das ich glaube, dann muss ich das tun."

McKennie hofft darauf, dass auch weiße Profis den Protest unterstützen. "Es wäre großartig zu sehen, wenn auch weiße Fußballer demnächst mitmachen und auf dem Feld ein Zeichen setzen", sagte er bei "Sport1": "Niemand sollte sich davor scheuen, seine Stimme zu erheben. Es ist nämlich völlig egal, ob Weißer oder Schwarzer – die Botschaft bleibt die gleiche." Am vergangenen Wochenende hatten auch Dortmunds Jadon Sancho und Achraf Hakimi sowie Marcus Thuram von Borussia Mönchengladbach und Kölns Anthony Modeste Zeichen gesetzt.

Allerdings prüft der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes die Aktionen. "Im Laufe der nächsten Tage", kündigte der Kontrollausschuss-Vorsitzende Anton Nachreiner an, werde man sich "diesen Vorkommnissen annehmen und die Sachverhalte entsprechend prüfen."

Referee forderte McKennie auf, Botschaft abzunehmen

McKennie berichtete, dass Schiedsrichter Felix Zwayer ihn während des Spiels aufgefordert habe, die Armbinde mit der Aufschrift "Justice for George" abzunehmen. Er habe sich geweigert. "Es gibt eine Regel in der Liga, dass du keine politischen Botschaften verbreiten sollst. Wenn du dies wirklich als politische Botschaft sehen willst, dann weiß ich nicht, was ich sagen soll", erklärte der 21-Jährige. "Die Liga predigt immer: Sag nein zu Rassismus. Also dachte ich, das wäre kein Problem."