Genetischer Pfotenabdruck: Neapels Kampf gegen Hundehaufen

29. Januar 2014 - 7:27 Uhr

DNA-Tests führen zu den Besitzern

Haben Sie schon einmal in einen Hundehaufen getreten und sich gewünscht, dem Besitzer so richtig die Meinung zu sagen? In dem Nobelviertel Vomero der italienischen Metropole Neapel geht das offenbar vielen so, und deswegen hat sich die Stadtverwaltung etwas ausgedacht: Hundebesitzer sollen DNA-Proben ihrer Tiere abgeben, damit Ermittlungsbehörden die Haufen den Hunden zuordnen können.

Genetischer Pfotenabdruck
Mit dem genetischen Pfotenabdruck will Neapel endlich Herr der Häufchenlage werden.
© dpa, Boris Roessler

Tatsächlich herrscht Hochkonjunktur in der städtischen Veterinärklinik. Etliche Besitzer sind mit ihren Hunden zur angeordneten Blut-Entnahme dort. Auch Pluto wird zur Ader gelassen, um seine DNA zu registrieren. Plutos Herrchen hat dafür Verständnis: "Auf lange Sicht bringt das vielleicht was. Ich bin dafür, wenn es Sauberkeit und Hygiene in Neapel verbessert", meint Giuseppe Sallusto.

Saftiges Bußgeld droht

Analog zum Fingerabdruck will Neapel mit dem genetischen Pfotenabdruck endlich Herr der Häufchenlage werden. "Wir wollen mehr Sauberkeit, ein besseres Image für die Stadt, und wir wollen verhindern, dass sich über Hundekot Krankheiten verbreiten", so die Botschaft von Vize-Bürgermeisters Tommaso Sodano.

15 Proben sammelt jeder Mitarbeiter des Gesundheitsamtes nun im Schnitt am Tag ein. Alle werden untersucht, um über die DNA auf den Köter, pardon, Koter zu schließen. "Wir gleichen die DNA des eingesammelten Kots mit unserer Datenbank ab und können dann den Hundebesitzer identifizieren. Wir haben nichts gegen die Hunde, sondern gegen das unkorrekte Verhalten der Besitzer", erklärt Dr. Marina Pompameo.

Wer übrigens seinen Liebling nicht registrieren lässt, riskiert ein saftiges Bußgeld. 20.000 Euro kostete die ganze Aktion bislang. Ist sie erfolgreich, wird sie auf ganz Neapel ausgeweitet.