Generalstaatsanwalt verteidigt Anklage gegen Wulff

12. Februar 2016 - 22:34 Uhr

Nach der Anklageerhebung gegen den früheren Bundespräsidenten Christian Wulff wegen Bestechlichkeit hat die Staatsanwaltschaft Hannover Rückendeckung von ihrem Vorgesetzten erhalten. Die Beweise dafür, dass Wulff sich bestechen ließ, seien "sehr stark", sagte der Celler Generalstaatsanwalt Frank Lüttig dem Magazin 'Focus'. Im 'Spiegel' betonte Lüttig: "Weder die Ermittler noch ich sind von Jagdeifer getrieben. Wir haben einen gesetzlichen Auftrag zu erfüllen." Ende vergangener Woche hatte die Staatsanwaltschaft Anklage gegen Wulff erhoben. Sie war zuvor wegen Indiskretionen und der langen Verfahrensdauer wiederholt von Juristen und Medien kritisiert worden. Lüttig sagte hingegen dem 'Focus', die Staatsanwaltschaft habe "exzellent und sehr zügig gearbeitet".

In dem Fall geht es um Wulffs Verbindung zu dem ebenfalls angeklagten Filmproduzenten David Groenewold. Dieser hatte 2008 einen Teil der Kosten für einen Oktoberfestbesuch des Ehepaares Wulff in München übernommen. Wulff wusste davon nach eigenen Angaben nichts. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft sollte er jedoch motiviert werden, für ein Filmprojekt Groenewolds zu werben, was er später auch tat. Anfang April hatten Wulff und Groenewold es abgelehnt, eine Geldauflage zu zahlen, damit das Verfahren eingestellt wird.