Als es krank wurde, ließen sie das Kind jämmerlich verdursten

Anklage: Deutsche IS-Anhängerin soll mit ihrem Mann fünfjähriges Mädchen im Irak als Sklavin gehalten und ermordet haben

Frau mit Nikab (Symbolfoto).
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28. Dezember 2018 - 21:08 Uhr

Kriegsverbrechen im Irak

Es sind erschütternde Vorwürfe, wegen denen die Generalbundesanwalt Jennifer W. (27) angeklagt hat: Die deutsche IS-Anhängerin soll gemeinsam mit ihrem Mann ein fünf Jahre altes Mädchen im Irak als Sklavin gehalten und getötet haben. Die Frau sei "hinreichend verdächtig", als IS-Anhängerin aus niedrigen Beweggründen einen Menschen grausam getötet und damit ein Kriegsverbrechen begangen zu haben, erklärte die Karlsruher Behörde.

"Sie ließ ihren Mann gewähren und unternahm nichts zur Rettung des Mädchens"

Jennifer W. soll ab September 2014 im Irak gelebt haben. Sie habe in den Städten Falludscha und Mossul als "Sittenpolizistin" überwacht, ob andere Frauen die vom IS aufgestellten Verhaltens- und Bekleidungsvorschriften einhielten.

Im Sommer 2015 sollen sie und ihr Mann das kleine Mädchen gekauft und versklavt haben. Als das Kind krank wurde und deswegen ins Bett machte, kettete der Mann das Mädchen laut Anklage draußen an und ließ es unter sengender Sonne verdursten. "Die Angeschuldigte ließ ihren Mann gewähren und unternahm nichts zur Rettung des Mädchens", so die Ermittler.

Der Mann sei kein deutscher Staatsangehöriger, sagte eine Sprecherin; er hält sich auch nicht in Deutschland auf. Seine Frau wurde Ende Januar 2016 in der Türkei festgenommen und nach Deutschland abgeschoben. Im Juni dieses Jahres wurde sie beim Versuch einer erneuten Ausreise Richtung Syrien in Bayern festgenommen.

Der Fall Jennifer W. war der erste überhaupt, in dem der Generalbundesanwalt einen Haftbefehl gegen eine deutsche IS-Anhängerin nach der Rückkehr aus dem Mittleren Osten erlassen hat. Die Frau wohnte zuletzt im niedersächsischen Vechta. Sollte ein Prozess eröffnet werden, würde er in München stattfinden.