Ghassem Soleimani stirbt durch US-Raketenangriff

Tochter des getöteten Generals bittet ihren Präsidenten um Rache

Ghassem Soleimanis Tochter bittet den iranischen Präsidenten Hassan Ruhani um Rache für ihren Vater.
© CNN

4. Januar 2020 - 21:43 Uhr

Iranischer Präsident besucht Familie des toten Generals

Nachdem der iranische General Ghassem Soleimani bei einem US-Luftschlag im Irak getötet wurde, hat der iranische Präsident Hassan Ruhani die Familie des Mannes in ihrem Haus in Teheran besucht. Bei dem Treffen bat Soleimanis Tochter um Gerechtigkeit.

Ruhani: „Alle werden Rache bekommen“

"Wer wird Rache für meinen Vater nehmen?", fragte die trauernde Tochter den Präsidenten. "Alle werden Rache bekommen", versprach Ruhani ihr. "Wenn wir nichts unternehmen, dann werden die (USA) demnächst noch frecher", kündigte er außerdem in einem Telefonat mit seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan an. Die USA hätten einen schweren Fehler begangen und es wäre nicht ratsam, solchen irrationalen Aktionen gegenüber zu schweigen und sie ungestraft davonkommen zu lassen, sagte der Präsident nach Angaben der Nachrichtenagentur Isna.

Iran plant mehrere Trauerfeiern für Soleimani

Iranischer Präsident Hassan Ruhani bei Soleimanis Familie
Der iranischen Präsident Hassan Ruhani hat die Familie des getöteten Generals Ghassem Soleimani in ihrem Haus in Teheran besucht
© via REUTERS, OFFICIAL PRESIDENTIAL WEBSITE, RR

Soleimani war in der Nacht zum Freitag bei einem US-Luftangriff nahe dem Flughafen von Bagdad getötet worden. Die Tötung heizt die angespannte Stimmung zwischen dem Iran und den USA weiter an. US-Präsident Donald Trump hatte den Angriff angeordnet. "Wir haben in der vergangenen Nacht gehandelt, um einen Krieg zu stoppen. Nicht, um einen zu beginnen", erklärte er.

Ein Sprecher der Revolutionsgarden kündigte an, dass Soleimani am Dienstag in seinem Geburtsort Kerman im Südostiran beigesetzt werden soll. Vorher soll es in Ahwas, in Maschad, in Teheran und in Ghom Trauerzeremonien für ihn geben. Der Sprecher ging davon aus, dass Millionen Menschen an den Trauerzeremonien für den Kommandeur der iranischen Al-Kuds-Einheit teilnehmen werden.

Raketen schlagen auf Luftwaffenstützpunkt und in Bagdad ein

Auf dem Luftwaffenstützpunkt Al-Balad im Irak, auf dem auch US-Soldaten untergebracht sind, sowie im Stadtzentrum Bagdads schlugen am Samstag mehrere Raketen ein. Sie seien auf der Luftwaffenbasis, auf einem Platz in der hoch gesicherten Grünen Zone in Bagdad sowie dem Stadtteil Al-Dschadirija niedergegangen, teilte das irakische Militär mit. Angaben über mögliche Opfer der Angriffe oder Schäden gab es zunächst nicht. 

Auf dem Stützpunkt Al-Balad seien am Abend im Lagerhaus-Bereich zwei Raketen niedergegangen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen. Die US-Truppen seien in Alarmbereitschaft versetzt worden. Hubschrauber kreisten über dem Stützpunkt am Himmel. Auf der Basis sind die US-Ausbilder für das irakische Militär untergebracht. Sie liegt etwa 80 Kilometer nördlich von Bagdad und wurde schon mehrfach Ziel von bewaffneten Angriffen.

Auch die staatliche irakische Nachrichtenagentur INA berichtete, dass auf dem Stützpunkt sowie im Zentrum von Bagdad mehrere Raketen niedergegangen seien. Im Stadtzentrum liegen in der "Green Zone" unter anderem die US-Botschaft sowie irakische Ministerien und das Parlament. Auch dort sind schon mehrfach Raketen eingeschlagen und explodiert.