Weltpremiere! Gemeinsame Mutterschaft durch neues medizinisches Verfahren

Jasmine und Donna: Ihr Sohn Otis wuchs in beiden Gebärmüttern

9. Dezember 2019 - 11:56 Uhr

Lesbisches Pärchen wollte gemeinsame Mutterschaft

Jasmine und Donna wollen Ihre Liebe perfekt machen. Sie wünschen sich ein gemeinsames Kind. Das lesbische Pärchen aus der Grafschaft Northamptonshire in England hat noch einen weiteren Wunsch: Alle beide sollen das Kind auch austragen. Die auf künstliche Befruchtung spezialisierte Schweizer Firma Anecova und die London Womens Clinic konnten diesen Wunsch nach gemeinsamer Mutterschaft erfüllen - und sorgten so mit dem vor zwei Monaten geborenen Sohn Otis für eine Weltpremiere.

Durchlässige Kapsel sorgt für Nährstoffe von beiden Müttern

Das Verfahren: Eine von Donna gewonnene Eizelle wurde in vivo, das heißt im Mutterleib, künstlich befruchtet - im Gegensatz zum sonst üblichen In-Vitro-Verfahren. In Donnas Uterus reifte die Eizelle 18 Stunden lang heran. Dann wurde es in Jasmines Uterus übertragen, die das Kind ausgetragen hat. Die Übertragung der Blastozyste, das ist die sich teilende Eizelle, wurde in einer durchlässigen Kapsel vorgenommen. So hat es von beiden Frauen Flüssigkeiten, Nährstoffe und andere Komponenten erhalten, teilte Anacova jetzt in einer Pressemitteilung mit.

"Wir sind dadurch eine echte Familie"

Jasmine und Donna sind überglücklich über das direkt beim ersten Versuch zustande gekommene Wunschkind Otis. "Durch dieses Verfahren sind Donna und ich wirklich gleichberechtigt, das hat uns emotional näher gebracht, wir sind dadurch eine echte Familie. Wenn wir den Prozess noch einmal durchlaufen müssten, gäbe es nichts, was wir ändern würden", sagt Jasmine.

Sohn Otis kam am 30. September zur Welt

Otis Francis-Smith
Otis Francis-Smith ist das erste Kind, das in zwei Gebärmüttern war. Seine beiden Mütter sind überglücklich, dass das neue Verfahren ihnen das Gefühl gibt, eine richtige Familie zu sein.
© Anecova

Am 30. September wurde dann Otis geboren. Zahnarzthelferin Jasmine und Ex-Berufssoldatin Donna, die sich bei einem Online-Dating kennengelernt hatten, sind stolz wie bolle! Dem englischen "Telegraph" sagt Donna: "Otis geht es sehr gut, er ist ein wirklich guter Junge. Jasmine meint, dass er einmal Astronaut wird, aber er kann werden, was immer er will. Wir werden ihn bei allem unterstützen, egal was er machen will!"