Gemeinsam gegen das Coronavirus

Diese Regeln gelten ab sofort für Deutschland!

18. März 2020 - 12:24 Uhr

Unterschiedliche Maßnahmen in den einzelnen Bundesländern

Im Kampf gegen die weitere Ausbreitung des Coronavirus gab es bislang verschiedene Anordnungen. Damit ist jetzt Schluss! Die Bundesregierung hat am Montag die Richtung vorgegeben und gemeinsam mit den Bundesländern knallharte Maßnahmen verkündet. So werden zum Beispiel deutschlandweit Tausende Schulen und Kitas geschlossen. Im Gegensatz zu unseren Nachbarländern wie Frankreich oder Österreich bleiben für die Umsetzung der Maßnahmen die einzelnen Bundesländer verantwortlich. Wir geben Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Anordnungen und verraten, was Sie jetzt noch machen dürfen.

+++ Alle wichtigen Informationen zum Coronavirus finden Sie in unserem Live-Ticker +++

Schulen und Kitas schließen wegen Corona für mehrere Wochen

Seit Montag sind deutschlandweit Tausende Schulen und Kitas geschlossen. Die beispiellosen Anordnungen gelten in den meisten Bundesländern bis zum Ende der Osterferien, also bis Mitte oder Ende April. Betroffen sind Millionen Menschen: Deutschlandweit gibt es 2,8 Millionen Grundschüler, in Tageseinrichtungen und Horten werden 3,7 Millionen Kinder betreut.

Die wochenlange Schließung stellt Eltern und Arbeitgeber vor massive Probleme. Arbeitsminister Hubertus Heil appellierte an Firmenchefs und Behördenleiter, zusammen mit ihren Mitarbeitern unbürokratische und einvernehmliche Lösungen für die Kinderbetreuung zu finden, so dass den Eltern keine Lohneinbußen drohen.

Die Länder versuchen auch, Notbetreuungen auf die Beine zu stellen. Es geht dabei aber vor allem darum, dass Eltern in sogenannten kritischen Berufen wie Polizei, Feuerwehr, Krankenpflege oder Rettungsdienst weiterhin zur Arbeit gehen können.

Was Eltern jetzt wissen müssen, haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Versammlungen mit vielen Menschen verboten

Um die Ausbreitung des Virus Sars-CoV-2 zu verlangsamen, untersagten nach und nach immer mehr Bundesländer Versammlungen unterschiedlicher Größe. So verbot etwa Berlin Veranstaltungen ab 50 Personen. Laut dem neuen Maßnahmen-Paket soll dies jedoch ab sofort für ganz Deutschland gelten.

So sollen beispielsweise Treffen von Vereinen und sonstigen Sport- und Freizeiteinrichtungen sowie das Angebot öffentlicher und privater Bildungseinrichtungen auf unbestimmte Zeit ausfallen. Zusammenkünfte in Kirchen, Moscheen, Synagogen und Treffen anderer Glaubensgemeinschaften sollen ebenfalls verboten werden. 

Kein kompletter Shutdown, jedoch viele Schließungen

Nicht nur Clubs, Bars oder Kinos, Fitnessstudios und Schwimmbäder sollen laut dem Paket der Bundesregierung dicht machen, sondern auch Theater, Opern, Konzerthäuser, Museen
Messen, Ausstellungen, Freizeit- und Tierparks, Spezialmärkte, Spielhallen, Spielbanken, Wettannahmestellen, Bordelle, Outlet-Center und Spielplätze. Restaurants dürfen nur von frühestens 6 Uhr bis spätestens 18 Uhr öffnen und sollen mithilfe von Maßnahmen wie einem Mindestabstand zwischen den Tischen und einer streng geregelten Besucherzahl ebenfalls dazu beitragen, dem Virus weniger Chancen zur Ausbreitung zu geben.

Weiterhin geöffnet haben dürfen dagegen:

  • Lebensmittelmärkte
  • Wochenmärkte
  • Abhol- und Lieferdienste
  • Getränkemärkte
  • Apotheken
  • Sanitätshäuser
  • Drogerien
  • Tankstellen
  • Banken und Sparkassen
  • Poststellen
  • Frisöre
  • Reinigungen
  • Waschsalons
  • Zeitungsverkauf
  • Bau-, Gartenbau- und Tierbedarfsmärkte
  • Großhandel

Außerdem werden Sonntagsverkaufsverbote für diese Läden bis auf Weiteres grundsätzlich ausgesetzt. Bereits zuvor wurde davon abgeraten, jetzt in Panik zu verfallen und HAmsterkäufe zu tätigen. Sie können weiterhin alle Dinge für den täglichen Bedarf einkaufen!

Deutsche Bahn und Nahverkehr stellen Fahrpläne um

Die Deutsche Bahn will in den kommenden Tagen ihren Regionalverkehr deutlich einschränken. Damit reagiere das Unternehmen auf die geringe Zahl an Fahrgästen als Folge der Coronavirus-Krise, sagte eine Sprecherin. Die Zahl der Züge werde an die sinkende Nachfrage angepasst. Ein "Notfahrplan" sei das aber nicht. Außerdem kontrollieren Zugbegleiter in Regionalzügen bis auf weiteres keine Fahrkarten mehr.

Beim Öffentlichen Nahverkehr gibt es ebenfalls Umstellungen: So gilt bei den Kölner Verkehrsbetrieben ab Mittwoch der Samstagsfahrplan.

Grenzschließungen zu den Nachbarländern

An den Grenzen zu Frankreich, Österreich und der Schweiz kommt es seit Montagmorgen zu Grenzschließungen und verschärften Grenzkontrollen - darauf haben sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU), Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und die Länderchefs von Bayern, Baden-Württemberg, dem Saarland und Rheinland-Pfalz verständigt. Es soll auch Zurückweisungen geben.

Der Warenverkehr zwischen Deutschland und den Nachbarstaaten soll aber weiter gesichert bleiben. Auch Pendler dürften den Plänen zufolge die Grenzen passieren. Zuvor hatten schon Dänemark, Polen und Tschechien ihre Grenzen unter anderem nach Deutschland geschlossen.

RTL.de-Doku: Stunde Null - Wettlauf mit dem Virus

Das Corona-Virus hält Deutschland und den Rest der Welt in Atem. Wie konnte es zur rasanten Verbreitung kommen und was bedeutet der Ausbruch für unseren Alltag? Warum Wissenschaftler schon lange vor dem Ausbruch vor dem Virus gewarnt haben, erfahren Sie in der RTL.de-Doku "Stunde Null - Wettlauf mit dem Corona-Virus".

Quelle: DPA / RTL.de