6. Dezember 2015 - 11:53 Uhr

Willmering investiert 1.800 Euro für den Wunderheiler

Dank eines Wunderheilers und seiner Wünschelroute soll es auf einer Bundesstraße in der Oberpfalz nicht mehr so oft krachen. Davon ist die Gemeinde Willmering überzeugt, die den Mann vor sechs Jahren engagiert hat. Andere Gemeinden überlegen sich jetzt sogar nachzuziehen.

Gemeinde heuert Wunderheiler an: Er soll die B22 sicherer machen
Helmut sucht die Gegend um die B22 mit seiner Wünschelrute nach gefährlichen Störfeldern ab.

Helmut Gebert sucht die Umgebung nach gefährlichen Störfeldern ab. Wo genau die sind, zeigt ihm seine Wünschelrute. Immer wieder kam es an der B22 zu tödlichen Unfällen, weil - so glaubt Gebert - Erdstrahlen die Hirnfrequenzen der Autofahrer gestört haben. Seine Lösung: Kästen mit eingebauter Antenne, die diese Strahlen angeblich umleiten. Also weg von der Straße. Und dass die Apparate in Bäumen hängen, ist kein Zufall.

"Er muss über den Köpfen der Fahrer hängen, also der höchste Punkt über einem LKW-Fahrer", erklärt der Wunderheiler. "Alles, was von oben als Elektrosmog kommt und von unten von der Wasserader, wird von dieser Antenne abgefangen und neutralisiert." Klingt plausibel, dachte sich zumindest die Gemeinde Willmering. Also investierte sie 1.800 Euro.

Geophysiker Kord Ernston sagt, Erdstrahlen seien bisher überhaupt nicht messbar. Wie also solle ein Gerät sie dann abfangen können? "Da müssen Bauteile drin sein, die diese Strahlung irgendwie registrieren, sonst ist das alles ein Unding - ich präzisiere: ein Unfug!" Dem Bürgermeister von Wilmering ist das egal. Seit sechs Jahren hängen die Kästen jetzt und die Verkehrsstatistik ist beeindruckend. "Wir haben seitdem keinen einzigen Todesfall mehr gehabt, Gott sei Dank."

Ob man nun dem lieben Gott danken sollte oder Wunderheiler Helmut Gebert - so oder so müssen bei der jetzt so sicheren Bundesstraße in der Oberpfalz wohl höhere Kräfte am Werk sein...