Urteil eines Gerichts in Brisbane

Geldsegen für Backpacker? Australien muss Steuern für work and travel zurückzahlen

© Li Zhongfei

30. Oktober 2019 - 13:02 Uhr

Australien: 15-prozentige Abgabe auf Einkünfte unzulässig

Ein Gerichtsurteil aus Brisbane bedeutet für viele deutsche Rucksack-Touristen einen Geldsegen. Denn das australische Bundesgericht erklärte die sogenannte Backpacker-Steuer für unzulässig. Seit 2017 mussten Backpacker aus acht Ländern, die sich mit einem "Working Holiday"-Visum Geld dazu verdienten, auf ihre Einkünfte eine 15-prozentige Abgabe zahlen. Darunter auch Deutsche. Pro Jahr vergibt Australien Schätzungen zufolge an 25.000 Bundesbürgern ein solches Visum. Viele Touristen betreiben damit monatelang work and travel, reisen durchs Land und arbeiten auf Farmen oder in Gaststätten.

„Verkappte Form der Diskriminierung auf Grund der Staatsbürgerschaft“

Nach Informationen des australischen Senders ABC können nun etwa 75.000 Ausländer damit rechnen, Geld von der Steuerbehörde Australian Tax Office (ATO) zurückzubekommen. Die Gesamtsumme bezifferte der Sender auf mehrere 100 Millionen Euro.

Dem Gericht zufolge dürfen Arbeitskräfte aus Ländern, mit denen Australien Steuerabkommen hat, nicht zusätzlich zur Kasse gebeten werden. Richter John Logan sagte, dies wäre "eine verkappte Form der Diskriminierung auf Grund der Staatsbürgerschaft". Die Steuerbehörde will nun prüfen, ob sie gegen die Entscheidung in Berufung geht. Der Rechtstreit geht auf die Klage einer britischen Rucksack-Touristin, Catherine Addy, zurück.