Gelähmter Engländer durch Blinzeln vor dem Tod bewahrt

© picture-alliance/ dpa, Oliver Berg

15. Juli 2010 - 16:53 Uhr

Richard machte seinen Lebenswillen deutlich

Seit einem Motorradunfall im letzten Jahr ist der 43-Jährige Richard ein Pflegefall. Wie die 'BBC' berichtete, wollten die Eltern schon die Geräte abstellen, da rettete ihm sein Augenblinzeln das Leben.

Allem Anschein lag der Engländer im Koma. Auf die Ansprache seiner Verwandten und Ärzte reagierte er nicht mehr. Seine Eltern waren davon überzeugt, dass er so nicht weiterleben wollte. Sie erinnerten sich daran, dass er einmal gesagt hatte, sollte ihm jemals so etwas zustoßen, wolle er nicht künstlich am Leben gehalten werden.

Sie entschieden sich dafür, dass die Mediziner das Beatmungsgerät abschalten sollten. Doch dem behandelnden Arzt der Spezialklinik in Cambridge fiel auf, dass sein Patient mit den Augen blinzelte und diese Fähigkeit nutzte, um auf Fragen zu reagieren. Professor David Menon erkundigte sich darauf hin mehrmals bei Richard, ob er die Behandlung fortsetzen solle und ob er am Leben bleiben möchte. Jedes Mal antwortete der gelähmte Mann mit "Ja".

Der Zustand des Engländers hat sich seitdem ein wenig verbessert. Mittlerweile kann er sich sogar über Gesichtausdrücke verständlich machen. Die Ereignisse haben auch die Einstellung des Patienten-Vaters gegenüber der Sterbehilfe verändert: "In der Kneipe oder auf der Arbeit sagt jeder: 'Wenn mir das mal passiert, schaltet die Maschinen ab." Aber das ist die Theorie - was man wirklich will, weiß man erst, wenn man wirklich in der Situation ist." Der Lebenswille könne sich letztlich als stärker erweisen.