Gekündigt: Lehrling verliert nach rassistischem Kommentar bei Facebook seinen Ausbildungsplatz

Dieses Bild hat die freiwillige Feuerwehr auf ihrer Facebook-Seite von dem syrischen Flüchtlingsmädchen Dunja gepostet.
Dieses Bild hat die freiwillige Feuerwehr auf ihrer Facebook-Seite von dem syrischen Flüchtlingsmädchen Dunja gepostet.
© Martin Peneder, Facebook/Freiwillige Feuerwehr Feldkirchen an der Donau

27. Juli 2015 - 11:26 Uhr

"Flammenwerfer wäre da die bessere Lösung"

Das Bild der kleinen Dunja ging einmal um die Welt. Zu sehen ist eine glückliche Sechsjährige, die vor lauter Spaß an diesem heißen Sommertag bis über beide Ohren strahlt. Einmal kann sie die Strapazen ihrer langen und harten Reise vergessen, denn Dunja und ihre Familie sind syrische Flüchtlinge, die zur Zeit im österreichischen Ort Feldkirchen an der Donau in einem Flüchtlingsheim untergebracht sind. Um den Menschen dort etwas Gutes zu tun, sorgte die Freiwillige Feuerwehr in dem Ort an einem heißen Wochenende mithilfe ihrer wasserspritzenden Wasserschläuche für eine angenehme Abkühlung und Heiterkeit.

Für ihre Aktion erntete die Feuerwehr viele positive Reaktionen – auch Dunjas Bild ging vielen Menschen sofort ans Herz. Gerade deshalb sorgte der Kommentar eines Kfz-Techniker-Lehrlings aus einem benachbarten Ort für viel Furore. Er kommentierte das Bild auf der Facebook-Seite eines Radiosenders mit den Worten "Flammenwerfer währe [Rechtschreibfehler, Anm.d.Red.] da die bessere Lösung", wie der österreichische 'Kurier' berichtete.

Harte Konsequenzen

Unzählige Facebook-Nutzer reagierten auf den Kommentar des Lehrlings und konfrontieren ihn und auch seinen Arbeitgeber mit heftigen, aufgebrachten Kommentaren. "Wir bedauern den Kommentar unseres Mitarbeiters. Weitere Schritte werden eingeleitet", reagierte Porsche zunächst auf einen Hinweis, den ein aufgebrachter Leser auf die Facebook-Seite des Unternehmens stellte. Kurze Zeit später hieß es von einem Porsche-Sprecher gegenüber dem 'Kurier': "Der Lehrvertrag wurde mit sofortiger Wirkung vorzeitig beendet. Wir lehnen jegliche Art der Diskriminierung strikt ab. Dieser Vorfall hat uns daher zum Handeln gezwungen."

Der Lehrling hat wohl aus dieser unüberlegten Tat gelernt. Er postet auf der Facebook-Seite des Radiosenders, auf der er den fremdenfeindlichen Kommentar verfasst hatte: "Ich entschuldige mich für meine gestrige Aussage die für viel Aufregung gesorgt hat. Es war ein grosser Fehler und ich werde mich ab sofort davon distanzieren. Es tut mir wirklich äusserst leid, und ich hoffe, jeder sollte wissen, dass man so etwas sicher nicht ernst meint."