12. Juni 2019 - 13:13 Uhr

Nach einem Frontalzusammenstoß auf der Autobahn 59 steht eine psychisch kranke Geisterfahrerin seit Mittwoch wegen Mordversuchs vor Gericht. Die in Duisburg lebende Griechin war laut Staatsanwaltschaft am frühen Morgen des 9. März 2018 am Autobahnkreuz Duisburg-Nord auf die Gegenfahrbahn gefahren, um sich selbst zu töten. Bei dem Zusammenstoß waren sie selbst sowie die beiden Insassen des anderen Fahrzeugs schwer verletzt worden. Zum Prozessauftakt vor dem Duisburger Schwurgericht berief sich die 46-Jährige auf eine komplette Erinnerungslücke. "Ich weiß nicht, wie das passiert ist", sagte sie den Richtern.

Der Fahrer des anderen Autos war mit seiner Frau gerade auf dem Weg zur Arbeit. Der 57-Jährige war von der A42 auf die A59 in Richtung Dinslaken aufgefahren und gerade dabei einen Lkw zu überholen. Ein Ausweichen war unmöglich. Er habe plötzlich nur noch die Lichter gesehen, die auf ihn zugekommen seien, sagte er den Richtern. "Die waren wahnsinnig grell."

Seine Verletzungen waren so schwer, dass er bis heute nur an Krücken gehen und die Schmerzen nur mit starken Medikamenten ertragen kann. Auch seine Frau ist von dem Albtraum-Unfall schwer gezeichnet. "Sie kann nie wieder gutmachen, was sie uns angetan hat", sagte die 52-Jährige als Zeugin. "Unser Leben wird nie wieder so sein, wie es einmal war."

Laut Staatsanwaltschaft leidet die 46-Jährige unter paranoider Schizophrenie. Bestraft werden kann sie deshalb nicht. Vor Gericht droht ihr die unbefristete Unterbringung in der geschlossenen Psychiatrie.

Quelle: DPA