Geiselnehmer von Ingolstadt muss lange in Haft

Der Angeklagte muss für acht Jahre und drei Monate in Haft.
Der Angeklagte muss für acht Jahre und drei Monate in Haft.
© dpa, Armin Weigel

18. November 2014 - 9:51 Uhr

Urteil gefällt: Acht Jahre und drei Monate ins Gefängnis

Für die spektakuläre Geiselnahme im Rathaus von Ingolstadt muss der Täter acht Jahre und drei Monate ins Gefängnis. Das Landgericht Ingolstadt sah es als erwiesen an, dass der 25-Jährige im Sommer 2013 zwei Frauen und zwei Männer stundenlang als Geiseln in seiner Gewalt hielt. Einem der Opfer hatte der Mann zuvor jahrelang nachgestellt.

Die Richter billigten dem Täter zwar eine Persönlichkeitsstörung zu und beriefen sich dabei auf zwei psychiatrische Gutachten. Während der Geiselnahme sei die Steuerungsfähigkeit des Angeklagten aber nicht beeinträchtigt gewesen. Eine Einweisung in die geschlossene Abteilung einer psychiatrischen Klinik kam für die Strafkammer daher nicht infrage. Es liege keine verminderte Schuldfähigkeit vor. Allerdings kommt der Täter nach Verbüßung der Haft unter Führungsaufsicht. Er darf das von ihm jahrelang verfolgte Hauptopfer der Geiselnahme nicht mehr sehen und muss sich dann regelmäßig bei den Behörden melden. Das Gericht blieb mit seinem Strafmaß gut zwei Jahre unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die zehn Jahre und sechs Monate Haft beantragt hatte. Der Verteidiger hatte auf sechseinhalb Jahre Gefängnis plädiert.

Das Geiseldrama war am Abend des 19. August 2013 nach stundenlangem Nervenkrieg von einem Sondereinsatzkommando beendet worden: Die Polizisten befreiten die Geiseln und schossen den mit einem Messer und einer Spielzeugpistole bewaffneten Täter nieder.