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Geiselnehmer laut Gutachterin vermindert schuldfähig

Landgericht Ingolstadt
Der Schriftzug "Landgericht Ingolstadt" ist auf Fassade vom Landgericht angebracht. Foto: Lino Mirgeler/Archiv © deutsche presse agentur

Der Geiselnehmer aus dem Jugendamt im oberbayerischen Pfaffenhofen an der Ilm ist nach Einschätzung einer psychiatrischen Gutachterin nur vermindert schuldfähig. Die Expertin sagte am Mittwoch in den Prozess vor dem Ingolstädter Landgericht, dass der 29 Jahre alte Angeklagte unter einer Schizophrenie leide und alkoholabhängig sei. Eine völlige Aufhebung der Steuerungsfähigkeit schloss sie aus, weswegen sie keine Schuldunfähigkeit sieht. Allerdings stellt der Mann wegen seiner Krankheit nach Ansicht der Sachverständigen auch künftig eine Gefahr dar.

Der deutsche Staatsangehörige hatte in dem Verfahren zugegeben, eine Mitarbeiterin des Jugendamtes mehr als fünf Stunden lang mit einem Messer bedroht und damit die Frau auch verletzt zu haben. Polizisten konnten dann die Geiselnahme beenden, indem sie den Mann überwältigen. Der 29-Jährige wollte erpressen, dass seine bei einer Pflegefamilie untergebrachte kleine Tochter zur Mutter zurückgebracht wird.

Am Mittwochnachmittag sollten in dem Verfahren die Plädoyers gehalten werden, das Urteil soll an diesem Freitag verkündet werden. Die Strafkammer muss dann auch darüber entscheiden, ob der Mann wegen seiner Erkrankung in einer Psychiatrie untergebracht wird.


Quelle: DPA

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