Baumängel, Havarien, Notabschaltungen

Tschernobyl-Kraftwerk machte schon lange vorm Super-GAU Probleme

Die Ukraine hat bisher unter Verschluss gehaltene Dokumente des sowjetischen Geheimdienstes KGB zu dem 1986 explodierten Atomkraftwerk Tschernobyl veröffentlicht.
Die Ukraine hat bisher unter Verschluss gehaltene Dokumente des sowjetischen Geheimdienstes KGB zu dem 1986 explodierten Atomkraftwerk Tschernobyl veröffentlicht.
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23. Juni 2020 - 14:53 Uhr

Geheimdokumente zum Atomkraftwerk Tschernobyl veröffentlicht

Die Ukraine hat bisher unter Verschluss gehaltene Dokumente des sowjetischen Geheimdienstes KGB zum 1986 explodierten Atomkraftwerk Tschernobyl veröffentlicht. Demnach gab es schon lange vor dem Super-GAU zahlreiche Probleme in dem Kraftwerk. Die Archivsachen geben Auskunft zu Baumängeln, Havarien und Notabschaltungen von 1971 bis in die Zeit nach der Atomkatastrophe. Das geht aus einem am Montag vom ukrainischen Geheimdienst SBU und vom Institut für nationales Gedächtnis präsentierten Buch hervor.

Größte Atomkatastrophe in der zivilen Nutzung der Kernkraft

Nachlesbar sind auch Protokolle der Dienstgespräche vom 26. April und zur radioaktiven Verstrahlung der etwa 100 Kilometer südlich vom Reaktor gelegenen ukrainischen Hauptstadt Kiew. Nach der Explosion des Blocks vier im damals noch sowjetischen Atomkraftwerk Tschernobyl im April 1986 wurden radioaktiv verstrahlte Landstriche um die Atomruine gesperrt.

Nach der größten Atomkatastrophe in der zivilen Nutzung der Kernkraft gab es tausende Tote und Verletzte. Zehntausende Menschen wurden zwangsumgesiedelt.

Abenteuerurlaub in der Todeszone um Tschernobyl

Inzwischen ist das Sperrgebiet zum Hotspot für Abenteuertouristen geworden. Wie es in der Umgebung des Katastrophenreaktors heute aussieht, wie die Natur die verlassenen Dörfer zurückerobert hat, erfahren Urlauber bei geführten Touren durch die frühere Todeszone.

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Waldbrände wüteten im Sperrgebiet

Anfang April brachen im radioaktiv verstrahlten Gebiet mehrere Feuer aus. Nach einem trockenen Winter brannten dabei mehr als 11 500 Hektar Wald ab. Ein weiterer Brand, der am Sonntag auf einer Fläche von drei Hektar ausgebrochen war, war Behörden zufolge am Montag weitgehend gelöscht.