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Gegenveranstaltung zu Neonazi-Festival in Ostritz: Tausende bilden Menschenkette und feiern 'Friedensfest'

Neonazi-Fetsival in Ostritz
Neonazi-Fetsival in Ostritz Mehrere Gegendemonstrationen angekündigt 01:47

Bewohner von Ostritz wollen zeigen: Wir sind keine Neonazi-Hochburg!

Die Kleinstadt Ostritz in Sachsen steht an diesem Wochenende unter besonderer Beobachtung. Seit gestern, dem 20. April - welch Zufall der Geburtstag von Adolf Hitler - läuft das Neonazifestival 'Schild und Schwert'. Hunderte Rechte wollen hier zusammen feiern. Die befürchteten Ausschreitungen blieben bislang aus. Parallel findet im Ort aber auch ein Friedensfest statt. Die Bewohner von Ostritz wollen zeigen: Wir sind keine Neonazi-Hochburg. 

Veranstalter des Neonazi-Festivals ist ein NPD-Politiker

Bauzäune versperren den Blick aufs Festival - doch schon die Kleidung der Gäste zeigt ihre Ideologie. Die Neonazi-Szene will in Ostritz Stärke beweisen, aber keine 200 Meter entfernt schlägt ihnen bereits Widerstand in Form von Gegendemonstranten entgegen. 

In Ostritz leben gerade mal 2.300 Menschen. Jetzt feiern hier 1.000 Neonazis aus ganz Europa, es herrscht Ausnahmezustand. Das Festival gilt teils als politische Versammlung, teils als kommerzielle Veranstaltung. Beides lässt sich schwerer als eine Demo verbieten - trotz Symbolik und Sprüchen, die am Rande der Legalität sind. Veranstalter ist ein NPD-Politiker. 

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer: Mehrheit gegen Rechts muss sich bemerkbar machen

Far-right supporter attends rock music festival "Schwert und Schild" (Sword and Shield) in Ostritz, Germany April 20, 2018. REUTERS/Hannibal Hanschke
In Ostritz findet am Wochenende das Neonazi-Festival 'Schild und Schwert' statt. © REUTERS, HANNIBAL HANSCHKE, HAN/

Doch nicht nur die Rechtsextremen sind im Ort: Auch tausende Gegendemonstranten haben sich angemeldet, kommen teilweise mit Bussen an. Schirmherr der größten Veranstaltung ist - und das ist neu in Sachsen - der Ministerpräsident selbst: "Wir Deutschen haben leider und sehr bitter erfahren, wohin Rechtsextremismus führen kann, und daher ist es richtig, ihm am Anfang zu begegnen, wenn er noch klein ist", sagt Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer von der CDU und ergänzt: "Um deutlich zu machen: die Mehrheit sieht das anders." 

Auf dem Marktplatz setzten mehr als 1.000 Menschen bei ihrer Gegenveranstaltung 'Friedensfest' ein Zeichen gegen Rechts. Sie bildeten mit Kerzen in der Hand eine Menschenkette um den Rathausplatz. Die Ostritzer Bürgermeisterin Marion Prange (parteilos) wurde für ihre Ansprache von den Bürgern gefeiert. Dass Hunderte Neonazis unter dem Schutz des Versammlungsrechtes in Ostritz feiern, sei für viele Einwohner der Stadt und Menschen in der Region unerträglich, sagte sie unter anderem.

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