Razzia in Thüringen

Ausbeutung illegaler Arbeitskräfte - Polizei nimmt Ehepaar fest

28. August 2019 - 16:40 Uhr

Zwei Festnahmen

Sie werden nach Deutschland geholt, um unter dem Mindestlohn zu schuften. Ein Problem, das der Polizei besonders aus dem Handwerker- und Fleischergewerbe bekannt ist. Bei einer Razzia im thüringischen Arnstadt in Schlachthöfen und Bauunternehmen nahmen die Einsatzkräfte zwei Personen fest.

Billige Arbeitskräfte mit gefälschten Papieren

Beamte der Bundespolizei waren in Arnstadt illegal Beschäftigten auf der Spur. "Das Ermittlungsverfahren richtet sich gegen acht Personen, denen das banden- und gewerbsmäßige Einschleusen von Ausländern vorgeworfen wird", sagte Michael Oettel von der Bundespolizei Thüringen. Dabei handle es sich um moldauische und ukrainische Staatsangehörige, die als billige Arbeitskräfte mit gefälschten Papieren eingeschleust würden.

Beamte tragen Beweismaterial bei einer Razzia in Schleswig-Holstein aus einen Haus.
Beamte tragen Beweismaterial bei einer Razzia in Schleswig-Holstein aus einen Haus.
© RTL

"Große Nachfrage nach ausländischen Arbeitnehmern"

Bei den beiden Festgenommenen handelt es sich um die mutmaßlichen Drahtzieher - ein ukrainisches Pärchen. Das Paar werde verdächtigt, eine "übergeordnete Rolle" in dem Fall zu spielen, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Ihnen werde vorgeworfen, Arbeitskräfte aus Osteuropa eingeschleust, sie mit falschen Ausweisen versorgt und sie an Firmen verliehen zu haben.

Einsatzleiter Markus Pfau beobachtet das Problem mit den unterbezahlten ausländischen Arbeitskräften schon länger: "Wir stellen in den letzten zwei bis drei Jahren fest, dass in Industriebereichen im Agrarbereich, wo Tätigkeiten sind, die für Deutsche vermeintlich unattraktiv sind, eine große Nachfrage nach ausländischen Arbeitnehmern gegeben ist."

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Beweismittel müssen ausgewertet werden

Auch in Schleswig-Holstein führte die Polizei eine Razzia durch. Mit 1200 Einsatzkräften konnten zwei Haftbefehle vollstreckt werden. Insgesamt wurden 110 Objekte durchsucht. "Wir gehen hier derzeit von 50 beschuldigten Personen aus", erklärte Henning Hadeler von der Staatsanwaltschaft Kiel. Die beschlagnahmten Beweismittel müssen nun ausgewertet werden.