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Gegen Nazisprüche: Emilia S. (15) aus Dresden zeigt Mitschüler an und wird dafür geehrt

08. November 2017 - 20:28 Uhr

Aus pubertärem Gehabe wurden Holocaust-Witze – Emilia. S setzte sich zur Wehr

Holocaust-Witze? Nein, Danke! Das dachte sich Emilia S. aus Dresden und wehrte sich gegen die Hetze ihrer Klassenkameraden. Und wurde für ihre Courage ausgezeichnet.

Foto einer Rauchwolke mit der Bildunterschrift 'jüdisches Familienfoto' – da wurde es ihr zuviel

Musste jemand niesen, riefen die Schüler 'Heilung'. Wollten sie jemanden beschimpfen, benutzten sie das Wort 'Jude'. So, oder ähnlich sah der Alltag an einer Schule in Dresden beinahe täglich aus. Nur eine einzige Schülerin hatte gewaltig die Nase voll von den primitiven, antisemitistischen Sprüchen. Anfangs habe sie nichts getan, weil sie Angst hatte, gemobbt zu werden, berichtet Emilia S.

Irgendwann schickten sich die Schüler aber immer mehr antisemitische Bilder als Scherze gegenseitig zu: "Das Schrecklichste war ein Foto einer Rauchwolke mit der Bildunterschrift 'jüdisches Familienfoto' - da wehrte ich mich und schrieb, sie sollen mit dem Nazigetue aufhören", erzählt die 15-Jährige.

Nicht nur mutig, sondern auch großzügig!

Die Schülerin Emilia S. aus Dresden steht am 07.11.2017 in Berlin nach einem Pressegespräch in einem Hotel mit der Urkunde für den "Preis für Zivilcourage gegen Rechtsradikalismus, Antisemitismus und Rassismus". Überreicht wurde ihr die Auszeichnung
Emilia S. mit der Urkunde für den "Preis für Zivilcourage gegen Rechtsradikalismus, Antisemitismus und Rassismus". Preis für Zivilcourage gegen Rechtsradikalismus, Antisemitismus und Rassismus". Überreicht wurde ihr die Auszeichnung von Lea Rosh (l, vom Förderverein"Denkmal für die ermordeten Juden Europas" und Gideon Joffe, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde zu Berlin
© dpa, Paul Zinken, pdz

Aus pubertärem Gehabe wurden Holocaust-Witze und möglicherweise Straftaten – Emilia S. sieht nur einen Ausweg: Sie zeigt einen ihrer Mitschüler wegen Volksverhetzung an.

So viel Mut muss belohnt werden. Für ihr Engagement hat Emilia S. jetzt in Berlin den Preis für Zivilcourage gegen Rechtsradikalismus, Antisemitismus und Rassismus des Förderkreises Denkmal für die ermordeten Juden Europas e.V. und der Jüdischen Gemeinde zu Berlin erhalten. Und ein ordentliches Preisgeld obendrauf.

Die 15-jährige Schülerin ist nicht nur mutig, sondern auch noch großzügig. Aber sehen Sie im Video selbst, was Emilia jetzt mit dem Geld vorhat.