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Gegen "Multikulti": Phillip Amthor (CDU) will über deutsche "Leitkultur" reden

Umgang mit Migranten

Gegen "Multikulti": Amthor will über deutsche "Leitkultur" reden

"Integration" als "Eingliederung"

Philipp Amthor ist jung, sitzt für die CDU im Bundestag und polarisiert. Mit seiner Reaktion auf das CDU-kritische Video des Youtubers Rezo gelangte der 27-jährige Politiker im vergangenen Jahr bundesweit in die Schlagzeilen. Nun sorgt Amthor mit einem Beitrag in dem Sammelband "Eine Politik für Morgen" erneut für Aufsehen. Darin schreibt er über die Integration von Migranten und wie Deutsche und Zuwanderer am besten zusammenleben können.

"Integration" sei aus seiner Sicht die "Eingliederung" in eine von der deutschen Leitkultur geprägten Gesellschaft, schreibt Amthor in seinem Text. Als Grund führt der 27-Jährige an, dass das "Multikulti"-Konzept gescheitert sei. Denn dies habe kein "buntes Straßenfest" gefördert, sondern "Parallelgesellschaften" und kriminelle Familienclans, meint der Innenexperte.

Amthor in den Fußstapfen von Friedrich Merz

Als erste Reaktion schlägt Amthor daher vor, die 20 Jahre alte Debatte um eine deutsche "Leitkultur" neu zu beleben. Die Diskussion über "unsere 'Hausordnung'" verdiene ebenso viel Aufmerksamkeit wie die Frage der Migration, so Amthor. Damit tritt er in die Fußstapfen des ehemaligen CDU-Fraktionschefs Friedrich Merz. Der hatte nämlich im Jahr 2000 gefordert, Zuwanderer müssten sich an die deutsche Leitkultur anpassen, die Sprache erlernen sowie die Verfassung und die gleichberechtigte Stellung der Frau in der Gesellschaft akzeptieren.

Die Aussagen von Merz wurden schon damals heftig diskutiert. Einige Migrantenverbände schlugen vor, dass die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Migrationshintergrund in das Grundgesetz aufgenommen wird. Sie halten ein Leitbild von Deutschland als "vielfältiges Einwanderungsland" für sinnvoller als den Begriff Leitkultur. Ob Amthor mit seinem Beitrag ein ähnliches Echo auslöst, als Merz damals?