Gegen Lohnunterschiede: Schwesig plant Gesetz für transparente Gehälter

Gehaltslücke liegt bei 22 Prozent

Bundesfamilienministerin Schwesig (SPD) will sich mehr für die gleiche Bezahlung von Männern und Frauen einsetzen. Das will sie durch mehr Transparenz in den Lohnstrukturen erreichen: Künftig sollen sich Angestellte über das Gehalt der Kollegen mit gleicher Tätigkeit informieren können.

Equal Pay Day
Der Equal Pay Day markiert symbolisch den Tag im Jahr, an dem es die Frauen geschafft haben, das Gehalt ihrer männlichen Kollegen aus dem Vorjahr zu verdienen.
picture-alliance/ dpa, Alina Novopashina

Das Gesetz soll noch in diesem Jahr in Kraft treten. So würde mehr Lohngerechtigkeit entstehen, ohne die Tarifautonomie zu beschneiden oder Bürokratiemonster zu erschaffen. "Transparenz und Lohngerechtigkeit nutzen gerade den Unternehmen", sagte sie. Faire Löhne würden dabei helfen, weibliche Fachkräfte zu binden und Mitarbeiter zu motivieren.

Dennoch lehnt die Wirtschaft das geplante Gesetz bisher ab: Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer sagte gegenüber "Die Welt": "Es ist ein Irrglaube anzunehmen, dass mit zusätzlicher Bürokratie gesellschaftliche Veränderungen herbeigeführt werden können."

Laut Statistischem Bundesamt liegt die Gehaltslücke in Deutschland bei 22 Prozent – im Jahr 2013 verdienten Männer durchschnittlich 19,84 Euro, Frauen jedoch nur 15,56. Insgesamt müssen Frauen 79 Tage mehr arbeiten, um das Gehalt ihrer Kollegen zu erreichen.