Gegen den Corona-Blues angehen

Forscher finden heraus: Treppensteigen macht glücklich

Treppesteigen macht uns glücklich
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20. November 2020 - 11:07 Uhr

Stufen laufen hilft gegen Depressionen

Das Wetter ist grau, die ganze Corona-Situation nervt und und die Stimmung ist auf einem Tiefpunkt. Kommt Ihnen bekannt vor? Dann laufen Sie doch ein paar mal die Treppe hoch und runter! Forscher haben jetzt nämlich bewiesen, dass diese und ähnliche Aktivitäten wichtige Bereiche unseres Gehirns aktivieren und wir dadurch glücklicher werden.

Es muss nicht immer Sport sein

Dass beim Sport Glückshormone ausgeschüttet werden, ist bekannt. Aber was ist mit leichten Alltagsaktivitäten wie Treppensteigen, Gartenarbeit oder dem kurzen Gang zur Bushaltestelle? Haben die auch schon einen positiven Effekt? Das wollten Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie und des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit herausfinden. Ihre Ergebnisse haben sie jetzt in der Fachzeitschrift "Science Advances" veröffentlicht.

Dafür haben sie zuerst bei einer Testgruppe von 67 Menschen über sieben Tage erfasst, wann sie sich im Alltag bewegt haben und wie sich das auf die Stimmung ausgewirkt hat. Die Personen mussten dafür Bewegungssensoren an der Hüfte tragen. Wenn diese aktiviert wurden, meldeten sie das an das Smartphone des Testers weiter. Das Smartphone fragte beim Tester dann seine aktuelle Stimmungslage ab.

Diese Untersuchung zeigte, dass auch schon leichte Aktivität ausreichte, dass sich die Teilnehmer wacher und energiegeladener fühlten. Das wiederum steigerte das allgemeine Wohlbefinden und die Stimmung.

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Hoffnung für Menschen mit Depression

Bei einer zweiten Testgruppe von 83 Personen ging die Untersuchung im wahrsten Sinne des Wortes tiefer: Die Forscher schauten diesen Teilnehmern mit einem MRT-Gerät ins Gehirn. Sie wollten herausfinden, wo genau im Hirn sich die Alltagsaktivität auswirkt.

Das Ergebnis dürfte all denjenigen Hoffnung machen, die anfällig für psychische Erkrankungen wie Depressionen sind: Denn offenbar sprechen leichte Alltagstätigkeiten vor allem einen bestimmten Bereich der Großhirnrinde an. Von diesem Areal ist bekannt, dass es für die Widerstandsfähigkeit unserer Psyche wichtig ist. Wer dort weniger Graue Hirnsubstanz hat, ist anfälliger für psychische Erkrankungen.

Die Forscher konnten beweisen, dass die Studienteilnehmer, auf die das zutraf – die also eher wenig Graue Substanz in diesem Bereich aufwiesen – besonders stark von ein bisschen Bewegung im Alltag profitierten. Sie fühlten sich danach besonders gut. Umgekehrt fühlten sie sich im Vergleich schlechter als die anderen Teilnehmer, solange sie sich gar nicht bewegten.

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Das empfehlen die Forscher

Weitere Studien müssen jetzt zeigen, ob man mit mehr Bewegung im Alltag die Graue Substanz in dem kritischen Hirnbereich vielleicht sogar vermehren kann. Das könnte uns dann wiederum widerstandsfähiger gegenüber trüben Stimmungen machen.

Auf jeden Fall ist aber klar, dass gerade bei psychisch anfälligen Menschen Alltagsaktivitäten wie Treppensteigen oder ein kurzer Spaziergang die Stimmung heben. Dann ist selbst das graue Wetter draußen gar nicht mehr so schlimm.