Gegen das große Gähnen: Experten fordern Schulbeginn ab 10 Uhr und Schulfach 'Besser schlafen'

Einfach früher ins Bett gehen? Bringt nichts - der Biorhythmus ist schuld

Klar, wir alle kommen ab und zu schlecht aus dem Bett. Aber britischen Forschern zufolge fällt Teenagern das frühe Aufstehen besonders schwer. Der Grund: Sie haben ein größeres Schlafdefizit als andere Altersgruppen. Sie früher ins Bett zu zwingen, bringt aber nichts - denn ihre innere Uhr tickt einfach langsamer. Die Wissenschaftler der Universität Oxford fordern deshalb neben einem späteren Unterrichtsbeginn auch ein Fach namens 'Besser schlafen'. Wir haben eine Londoner Schule besucht, an der die erste Stunde wirklich erst mittags auf dem Plan steht.

Das Schlafdefizit der Teenager wächst mit jedem neuen Wochentag

Logo: Je später der Abend, desto müder der Teenager am nächsten Morgen. "Die jungen Leute schlafen zwei bis drei Stunden zu wenig - pro Nacht. Freitags haben sie dann ein Schlafdefizit von elf bis zwölf Stunden", sagt Schulleiter Guy Holloway vom Hampton Court House in London. Deshalb beginnt in seiner Schule der Unterricht für die 16- bis 18-Jährigen erst um 13 Uhr. Was die Schüler und die Forscher von diesem Modell halten, zeigen wir Ihnen im Video.

Ausgeschlafene Schüler fehlen bis zu 30 Prozent seltener

Auch einige andere britische Schulen haben für die Schlaf-Studie der Universität Oxford den Unterrichtsbeginn auf 10 Uhr verlegt. Mit Erfolg: Ausgeschlafene Schüler haben bessere Noten und fehlen bis zu 30 Prozent seltener. Es bringt also definitiv etwas, die Schule dem Biorhythmus anzupassen.