Geflohener Sexverbrecher aus Psychiatrie in Ansbach: Polizei warnt Kitas vor diesem Mann

© Polizei Mittelfranken

29. Januar 2018 - 14:56 Uhr

Kita-Mitarbeiter sollten besonders wachsam sein

Dieser Mann ist eine tickende Zeitbombe. Am 6. Januar kehrte Reinhard Peter J. nicht von seinem Freigang ins Ansbacher Bezirksklinikum zurück. Die Sorge wächst, dass der verurteilte Sexualstraftäter wieder rückfällig werden könnte. Denn die Wirkung seiner Medikamente lässt nach. Die Polizei Unterfranken warnte alle Betreiber von Kindergärten und Kindertagesstätten, besonders vorsichtig zu sein, berichtete der 'Bayrische Rundfunk'.

Reinhard Peter J. wurde in der Nähe einer Würzburger Kita gesehen

Die Ermittler fürchten, dass der Mann seinen Sexualtrieb nachgehen könnte. Er wurde laut dem Sender mindestens einmal in der Nähe einer Würzburger Kita gesichtet. Auch Mitarbeiter von Pfarrbüros sollten besonders wachsam sein. Die Polizei vermutet, dass sich J. auf der Suche nach einer Schlafmöglichkeit oder einer Mahlzeit an kirchliche Einrichtungen wenden könnte.

Inzwischen gingen zahlreiche Hinweise bei den Ermittlern ein. gefasst wurde der Psychiatrie-Ausbrecher aber noch nicht. Die Polizei bittet jeden, der den Gesuchten sieht, sofort den Notruf zu wählen. Reinhard Peter J. stellt eine erhebliche Gefahr für die Öffentlichkeit dar.

Reinhard Peter wurde wegen schwerer Sexualdelikte verurteilt

Der 47-jährige Reinhard Peter J. war in Ansbach in der forensischen Psychiatrie untergebracht. Hier werden psychisch kranke Straftäter behandelt. Am 6. Januar kehrte er von einem genehmigten Ausgang nicht zurück. Dieser Freigang war im Rahmen einer Resozialisierungsmaßnahme erlaubt worden. Von früheren Ausgängen hatte sich der Sexverbrecher stets pünktlich zurückgemeldet.

Der Sexverbrecher wurde vor 25 Jahren vom Jugendschöffengericht Nürnberg wegen schwerer Sexualdelikte verurteilt. Unter seinen Opfern waren auch Minderjährige.

Der Mann unterliegt einer chemischen Kastration, bei der der Sexualtrieb durch den Einsatz von Medikamenten außer Kraft gesetzt wird. Zum Zeitpunkt des Ausgangs bestand demnach noch keine akute Gefahr. Da die Wirkung der Medikamente jedoch in den nächsten Wochen nachlässt, besteht die Gefahr eines Rückfalls. "Wenn die Wirkung der Medikamente nachlässt, dann kann es zu Sexualstraftaten kommen", erklärt Ariane Peine vom Bezirksklinikum Ansbach.

Die Polizei sucht mit Hochdruck nach dem Flüchtigen. Sie veröffentlichte zwei Fotos des Gesuchten und gab Details zu seiner Person an. Reinhard Peter ist kräftig, ca. 100 Kilogramm schwer und etwa 1,60 m groß.

Hinweise zum Verbleib des Gesuchten nimmt der Kriminaldauerdienst Mittelfranken unter der Telefonnummer 0911 2112 – 3333 oder jede andere Polizeidienstsstelle entgegen. Wer auf den Gesuchten trifft, wird gebeten, umgehend den Notruf über 110 zu verständigen.