2018 M10 26 - 13:26 Uhr

"Siegen, Stürzen, Aufstehen"

Lothar Matthäus kennt sich aus mit dem Auf und Ab im Leben eines Sportlers – auch nach der Karriere auf dem Spielfeld. Umso mehr fühlt der ehemalige Bayern-Spieler mit Diego Maradona und Jan Ullrich. Der 57-Jährige kennt die beiden persönlich, leidet mit ihnen und drückt die Daumen, dass es für die gefallenen Sporthelden wieder bergauf geht – das erzählt Matthäus in der Dokumentation "Siegen, Stürzen, Aufstehen – das Schicksal der Sportstars", die am Sonntagabend (22.25 Uhr) bei RTL zu sehen ist.

Maradonas Ausfälle bewegen Matthäus

Bildnummer: 06913569  Datum: 02.04.1988  Copyright: imago/Ferdi HartungLothar Matthäus (BR Deutschland, li.) überläuft Diego Armando Maradona (Argentinien); 302 Fussball Herren Nationalteam vneg xsp quer o0 Osterturnier Vierländerturnier Vier Länder
Ein Bild aus alten Zeiten: Lothar Matthäus im Laufduell mit Diego Maradona
© imago sportfotodienst

Die Wege der beiden Weltstars Matthäus und Maradona kreuzten sich häufig – in der italienischen Liga (Matthäus spielte von 1988 bis 1992 bei Inter Mailand, Maradona von 1984 bis 1991 in Neapel) oder bei legendären Duellen der deutschen und argentinischen Nationalteams, unter anderem in den Finalspielen 1986 und 1990. Beide haben auf dem Fußballplatz alles gewonnen, wurden Fußball-Ikonen sowie Weltmeister und zollen sich bis heute gegenseitig viel Respekt – nicht umsonst lief Maradona beim Abschiedsspiel des Franken auf. Zuletzt trafen die Fußball-Legenden bei der WM 2018 in Moskau aufeinander.

Die andauernden Ausfälle und Eskapaden von Maradona, die er auch in Moskau vor der Weltöffentlichkeit zur Schau trug, nehmen Matthäus mit: "Was ich während der Weltmeisterschaft gesehen habe, tut mir leid und tut mir weh", sagte der 57-Jährige gegenüber RTL. Er macht das Umfeld als Ursprungsquelle der Maradona-Probleme aus. "Ich kenne ihn als riesen Fußballspieler, der damals der Messi und Ronaldo der Gegenwart war. Es tut mir leid, dass er in ein Umfeld geraten ist, das ihn wahrscheinlich runtergezogen hat und in dem er die Kontrolle über sich verloren und dann solche Ausraster wie bei der WM hat."

Matthäus drückt die Daumen und sieht Grund zur Hoffnung

ARCHIV - 02.07.2017, Nordrhein-Westfalen, Korschenbroich: Radsport: UCI WorldTour - Tour de France, Düsseldorf - Lüttich (203,50 km), 2. Etappe. Der ehemalige Radrennprofi Jan Ullrich steht am Straßenrand und wartet auf die Durchfahrt des Fahrerfelde
Jan Ullrich befindet sich derzeit in der Entzugsklinik in den USA
© dpa, Guido Kirchner, gki jai gfh

Dass die Karriere nach der Sport-Karriere nicht immer einfach ist, zeigten jüngst die Eskapaden rund um Jan Ullrich. Auch den Tour-de-France-Sieger kennt Matthäus persönlich, der Ex-Radprofi war bei dessen 50. Geburtstag zu Gast.

"Ich drücke sowohl für Jan Ullrich als auch Diego Maradona die Daumen, dass irgendwann die Wende kommt, obwohl es bei Jan wahrscheinlich einfacher ist als bei Diego. Jan hat dieses Problem noch nicht so lange, Diego hat es eigentlich schon seit Jahrzehnten."

Matthäus, der bei Ullrichs Tour-Etappen mitfieberte, glaubt weiter an die Rehabilitierung seines Freundes: "Bei Jan sind in den letzten Jahren sehr viele Probleme zusammengekommen und er ist damit einfach noch nicht fertig geworden, deswegen drücke ich ihm jetzt die Daumen. Denn jetzt hat er die Chance, vielleicht die letzte, dass er das alles noch regeln kann."

Nie mehr Trainer – Matthäus mit neuer Rolle zufrieden

Auch Matthäus' Privatleben fand in früheren Jahren häufig im Boulevard statt und bestimmte die Schlagzeilen. Doch der 57-Jährige hat den Wandel geschafft: Nach vielen Trainerstationen, u.a. in Israel, Belgrad und Wien, ist er nun ein anerkannter Bundesliga-Experte im TV. Seine Trainerkarriere hat er inzwischen auf Eis gelegt, denn in seiner neuen Rolle fühlt er sich pudelwohl. "Ich möchte mir diesen Druck nicht mehr antun, und vor allem diesen Stress nicht. Ich habe zurzeit die Balance gefunden zwischen Arbeit und Privatleben und bin damit sehr zufrieden."

Mehr Stimmen/Informationen gibt es am Sonntag um 22:25 Uhr in der Dokumentation "Siegen, Stürzen, Aufstehen – das Schicksal der Sportstars" bei RTL.