Stacheln können Herzinfarkte verursachen

"Kreuzotter der Meere": Großbritannien warnt vor giftigem Petermännchen

Petermännchen kommen im Küstenbereich des östlichen Atlantiks, der Nordsee und des gesamten Mittelmeeres vor
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12. August 2020 - 12:38 Uhr

Ein Stich kann lebensbedrohlich sein

Sie werden auch die "Kreuzotter der Meere" genannt und ein Stich von ihnen kann im schlimmsten Fall Badeurlaubern das Leben kosten: Petermännchen. Die giftigen Stacheln an den Rückenflossen und Kiemen der Fischart können Herzinfarkte und anaphylaktische Schocks verursachen, bei denen die Kehlen der Menschen anschwellen und sie ohne sofortige Behandlung ersticken können. Derzeit wird an Großbritanniens Stränden vor den giftigen Fischen gewarnt.

Petermännchen vergraben sich im Sand

 . 31/07/2020. Brighton, United Kingdom. A packed Brighton beach on the hottest day of the year in the UK so far. PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY xStephenxLockx/xi-Imagesx IIM-21505-0069
Die Menschen in Großbritannien verbringen derzeit wegen der Hitze ihre Zeit am Strand.
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Urlauber, die in den letzten Tagen an Großbritanniens Stränden relaxen wollten, wurden aufgefordert, das sogenannte "Soft Shoe Shuffle" zu lernen, um einen Stich zu vermeiden. Dabei handelt es sich um einen Begriff aus dem Stepptanz, wobei Menschen mit ihren Schuhen über den Boden schleifen. Denn, das Petermännchen vergräbt sich im Sand und seine Stacheln stechen jeden, der auf ihn tritt. Die 15 bis 53 Zentimeter langen Fische besitzen bis zu 71 Weichstrahlen und zehn Stacheln, um sich vor Angreifern zu schützen.

Das Rettungsteam der Millom Coastguard in Cumbria rät daher allen Urlaubern: "Die kleinen sandfarbenen Fische vergraben sich im Sand und wenn Sie darauf stehen, bettet sich ihre Rückenflosse in Ihren Fuß ein und injiziert Gift, das oft qualvolle Schmerzen verursacht. Wir empfehlen Badenden, insbesondere Kindern, wasserdichte Schuhe oder Sandalen zu tragen, wenn sie ins seichte Wasser gehen. Oder scheuern oder stampfen Sie mit den Füßen, wenn Sie im flachen Wasser sind, um Meerestiere darauf aufmerksam zu machen, dass Sie sich nähern."

Gewebe um Wunde stirbt ab

Greater Weever on Sandy Sea Floor (Trachinus draco) Underwater (Greater Weever on Sandy Sea Floor
Petermännchen verbringen den Tag bis zu den Augen eingegraben im Sand oder Schlamm, in der Nacht streifen sie umher.
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Besonders gefährlich wird es, wenn der Betroffene im Wasser gestochen wird und sich durch die extremen Schmerzen kaum noch über Wasser halten kann. Das Gewebe um die Wunde schwillt meist an, zeigt eine starke Rötung und erhitzt sich. In der Einstichstelle selbst stirbt das Gewebe ab. Der Wundbereich verschorft. Daneben kommt es zu Allgemeinsymptomen wie Kopfschmerz, Fieber, Brechreiz, Atemproblemen, Kreislaufkollaps oder Herzrhythmusstörungen.

Erste-Hilfe-Maßnahme bei Stich

Nach einem Stich muss der Stachel, am besten mit einer Pinzette, sofort entfernt werden. Als Erste-Hilfe-Maßnahme wird die Einstichstelle auf mehr als 50 Grad erhitzt, etwa mit einem Fön oder einem elektrischen Anti-Mücken-Stick. Dadurch werden die Giftmoleküle zerstört. Ein Arztbesuch ist anschließend trotzdem dringend notwendig, um die Wunde zu untersuchen und eine mögliche allergische Reaktion zu stoppen.