Lebensbedrohliche Gefahr für Tiere

So schütze ich meinen Hund vor Giftködern

14. September 2020 - 10:46 Uhr

Schutzmaßnahme Giftköder-Training

Giftköder sind beim täglichen Gassigehen für Hunde eine große Gefahr. Immer häufiger werden sie auch in Deutschland ausgelegt und vergiften unschuldige Vierbeiner. Mit einem Giftköder-Training können Hundbesitzer ihre Lieblinge schützen. Wie solch ein Kurs abläuft, haben RTL-Reporterin Leonie Prinzessin von Sachsen Weimar Eisenach und ihr Weimaraner Chilli getestet. Wie auch sie ihren Vierbeiner vor einer Vergiftung bewahren können, das sehen sie im Video.

Typische Vergiftungssymptome

Hunde werden immer häufiger von Hundehassern mit Leckerlies oder anderen Nahrungsmitteln angelockt, damit sie sich an scharfen Gegenständen schneiden oder durch ein Gift sterben. Die Giftköder können theoretisch überall zu finden sein, werden aber oft in Parks ausgelegt. Hundebesitzer sollten deshalb immer wachsam sein und innerhalb von dreißig Minuten zum Tierarzt fahren, wenn ihr Vierbeiner für kurze Zeit unbeaufsichtigt war und danach Vergiftungssymptome aufweist. "Typische Vergiftungssymptome sind Erbrechen, starkes Speicheln, Übelkeit, Unwohlsein und Zittern sehen wir sehr häufig", sagt Tierärztin Stephanie Stenschke-Großmann. "Mittlerweile gibt es aber auch verschiedene Gifte, die tatsächlich erst nach einem Tagen, einer Woche oder vierzehn Tagen zu den ersten Vergiftungserscheinungen führen."

Zahnfleisch-Farbe testen

Rosa Zahnfleisch: Anzeichen für einen gesunden Hund
Rosa Zahnfleisch: Anzeichen für einen gesunden Hund
© RTL

Ein weiteres Warnzeichen für eine Vergiftung ist die Farbe des Zahnfleischs. "Für den Besitzer am leichtesten zu kontrollieren ist das Zahnfleisch und die Rückführzeit", erklärt die Tierärztin. Wenn man mit dem Finger leicht auf das Zahnfleisch drückt, sollte es eine helle Stelle geben, die schnell wieder die rosa Farbe vom Rest annimmt. "Innerhalb der ersten zwei Sekunden sollte die rosa Farbe zurückkommen. Tut sie das nicht, unbedingt beim Tierarzt anrufen und sagen: mein Hund hat eine verlängerte Rückführzeit des Zahnfleisches." Tierärzte wissen im Normalfall dann, dass sie nun schnell handeln müssen und geben Hundebesitzern direkt einen Termin.

Schutzmaßnahme Maulkorb- das muss ich beim Kauf beachten

Damit es gar nicht erst zum Verzehr der Giftköder kommt, ist auch der Kauf eines Maulkorbes eine gute Schutzmaßnahme. Der ist vorallem für Hunde geeignet, denen man nicht abgewöhnen kann, alles zu fressen. Beim Kauf eines Maulkorbes gibt es allerdings einiges zu beachten. "Ein richtiger Maulkorb muss verschlossen sein", empfiehlt Christina Doerner vom Hundeladen "Hauptstadthund". Laut Doerner passen die meisten Maulkörbe von der Stange allerdings nicht, weil jedes Hundegesicht anders ist. "Die Chance einen von der Stange zu bekommen, liegt bei 10 Prozent. Die meisten, die man sieht, sind zu eng oder zu kurz." Besser ist es, sich einen auf den Hund zugeschnittenen Maulkorb anfertigen zu lassen.

So wird der Maulkorb richtig vermessen

RTL-Reporterin Reporterin Leonie Prinzessin von Sachsen Weimar Eisenach und Hündin Chilli beim Maulkorb-Kauf
RTL-Reporterin Reporterin Leonie Prinzessin von Sachsen Weimar Eisenach und Hündin Chilli beim Maulkorb-Kauf
© RTL

Für den idealen Maulkorb werden zunächst Länge und Umfang der Schnauze im geschlossenen Zustand vermessen. "Jetzt muss man den Hechelumfang dazu rechnen, damit der Hund [mit Maulkorb] ganz normal laufen, rennen, trinken kann und nicht hyperventiliert. Meist sind das vier bis fünf Zentimeter. Von der Länge ist es auch ein Zentimeter mehr, damit der Hund sich schlecken kann über die Nase", erklärt Christina Doerner. Denn die Nase ist sehr sensibel und sollte nicht ständig am Maulkorb anschlagen.