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Gefahr auf der Haut: Vermutlich krebserregender Stoff in Fanschminke entdeckt

Gefahr auf der Haut: Vermutlich krebserregender Stoff in Fanschminke entdeckt

Mädchen trägt Fanschminke auf den Wangen.
In allen 14 Proben der Fanschminke sind gesundheitsbedenkliche Stoffe gefunden worden.
dpa, Steffen Kugler

Lackrot seit 1993 auf EU-Verbotsliste

Kosmetiklabore haben in der schwarz-rot-goldenen Fanschminke einen vermutlich krebserregenden Stoff entdeckt. In allen 14 Proben wurden Spuren des Farbstoffs Lackrot nachgewiesen - obwohl der Stoff bereits seit 1993 verboten ist. Das Verbraucherministerium Baden-Württemberg hat die Schminke aus dem Verkehr gezogen und fordert weitere Kontrollen.

Die Untersuchungen zeigten, dass in 14 von 14 Proben der Kosmetikartikel in den Deutschland-Farben verbotene oder nicht deklarierte Farbstoffe und Pigmente gefunden wurden, teilte die Behörde mit. "Fußballfans erwarten zu Recht, dass Fanartikel sicher sind und die Schminke in Nationalfarben unbedenklich verwendet werden kann. Leider mussten wir mehrfach Schminke aus dem Verkehr ziehen, die zur aktuellen Weltmeisterschaft angeboten wurden", sagte Verbraucherminister Alexander Bonde.

Besonders der Nachweis des Farbstoffs Lackrot in 9 der 14 Proben war auffällig. Dieser Farbstoff ist wahrscheinlich krebserregend und wurde wegen gesundheitlicher Bedenken bereits 1993 auf die EU-Verbotsliste für riskante Stoffe in Kosmetika gesetzt. "Solche Stoffe haben in Kosmetika nichts zu suchen. Der Handel muss auch bei solcher Aktionsware seinen Sorgfaltspflichten nachkommen und wirksame Eigenkontrollen durchführen", so Bonde.

"Das ist ein sehr herbes Ergebnis"

Die getesteten Produkte stammen laut Verpackungshinweis überwiegend aus China. Wegen Verstößen gegen die europäische Kosmetikverordnung dürfen sie nicht mehr verkauft werden. Die amtliche Überwachung in Baden-Württemberg habe die Kosmetik weiter im Blick und will die Kontrollen weiter gezielt fortsetzen. So sollen 30 weitere Proben untersucht werden. Die Ergebnisse sollen in zehn bis 14 Tagen vorliegen.

"Das ist ein sehr herbes Ergebnis", sagte Referatsleiter Manfred Edelhäuser zu den bisherigen Tests. Andere betroffene Bundesländer und auch das Verbraucherschutzministerium in Berlin seien informiert worden. Auf Nachfrage von RTLaktuell.de konnte das Ministerium für Verbraucherschutz keine Markennamen nennen. Die betroffenen Firmen erhalten in einem mehrwöchigen Namensnennungsverfahren die Chance, sich zu den Untersuchungen zu äußern. Erst dann dürfen genaue Produktnamen öffentlich gemacht werden.