Wegen einer Geiselnahme in einem Görlitzer Gefängnis hat die Staatsanwaltschaft am Montag achteinhalb Jahre Haft für den Angeklagten gefordert. Der Vorwurf der schweren Körperverletzung wurde fallengelassen. Die Verteidigung plädierte für eine Freiheitsstrafe von drei Jahren. Die Anklage sah es als erwiesen an, dass der 33-jährige Mann aus Polen im November 2010 einen mitgefangenen Landsmann in seine Gewalt gebracht und dabei in Todesangst versetzt hatte, um seine Abschiebung zu verhindern. "Wir haben es mit jemandem zu tun, der - wenn er etwas nicht bekommt - Gewalt anwendet", sagte Staatsanwalt Jörg Toschek im Landgericht Görlitz.