Gefährlicher Trend: Zahl der Drogentoten in der EU steigt weiter

Die meisten Menschen sterben durch den Konsum von Heroin oder anderen Opioiden.
Die meisten Menschen sterben durch den Konsum von Heroin oder anderen Opioiden.
© dpa, Boris Roessler, brx kno

06. Juni 2017 - 15:47 Uhr

EU-Drogenbericht 2017 liefert bedenkliche Zahlen

Jedes Jahr veröffentlicht die Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht der Europäischen Union (EMCDDA) neue Ergebnisse ihrer Studien zum Thema Drogen. In diesem Jahr sind die Zahlen besonders besorgniserregend.

Mehr Drogentote in Europa

ARCHIV - ILLUSTRATION - Mit einem zusammengerollten 50-Euro-Geldschein wird am 27.03.2012 in Bamberg (Oberfranken) ein weißes Pulver, das Kokain imitieren soll, symbolisch konsumiert. (zu dpa «Mehr Rauschgiftdelikte im Südwesten» vom 08.05.2017) Foto
Besonders in Süd- und West Europa wird mehr Kokain konsumiert als in den Jahren zuvor.
© dpa, David-Wolfgang Ebener, ebe pzi fpt vfd soe sja mut hpl

Im Jahr 2015 starben laut dem EU-Drogenreport in den 28 Mitgliedsstaaten der EU sowie der Türkei und in Norwegen 8441 Menschen an den Folgen einer Überdosis. Das ist eine Steigerung von sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr 2014. In Deutschland, Litauen, Schweden, der Türkei, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich wurde laut der Behörde der stärkste Anstieg festgestellt.

Drogenimitate besonders gefährlich

Die EMCDDA erklärte, dass die meisten Menschen durch den Konsum von Heroin oder anderen Opioiden sterben. Zudem gebe es "zunehmende Gesundheitsgefahren durch hochpotente synthetische Opioide", die die Wirkung von Heroin und Morphin imitieren, erklärte die Behörde. Außerdem soll es Hinweise geben, nach denen in West- und Südeuropa mehr Kokain konsumiert worden sei als in den Jahren zuvor.

Die Experten hatten sich in den letzten Monaten mit den Themen Drogenangebot, Drogenmarkt, Drogen-Trends sowie gesundheitliche Folgen des Drogenkonsums beschäftigt. Zudem wurde untersucht wie Drogen möglicherweise eingedämmt werden könnten. Der Bericht beinhaltet eine umfassende Analyse und Statistiken über die Entwicklungen in der Drogenszene in den 28 EU-Mitgliedstaaten, sowie in der Türkei und in Norwegen. Die EU-Mitgliedstaaten sind jeweils selbst für das Lösen und die Vorbeugung von Drogenproblemen verantwortlich.