Gefährlicher 'Toter Winkel': Abbiege-Assistent soll alle Lastwagen vor Unfällen mit Radfahrern schützen

04. Mai 2018 - 23:11 Uhr

30 Radfahrer werden so jährlich getötet

In Deutschland sterben jedes Jahr rund 30 Radfahrer, weil sie von Lkw-Fahrern beim Rechtsabbiegen übersehen werden. 160 werden lebensgefährlich verletzt. Sie verschwinden im sogenannten 'Toten Winkel'. Mehr als die Hälfte der Todesfälle wären aber durch elektronische Abbiegeassistenten vermeidbar, sagen Unfallforscher. Eine Bundesratsinitiative fordert jetzt den verpflichtenden Einbau in Lastwagen.

Viele Ecken bleiben für Brummifahrer uneinsehbar

Vor zwei Woche überrollte ein Lkw in Hannover vor den Augen der Mutter beim Abbiegen einen 11-jährigen Jungen auf dem Fahrrad. Das Kind starb noch an der Unfallstelle. Unfallursache: Toter Winkel. Bei Crashtests wird deutlich: Radfahrer haben kaum eine Chance.

Der Tote Winkel trägt seinen Namen zurecht. Trotz vieler Spiegel bleiben für Brummifahrer viele Ecken uneinsehbar. Gerade das Abbiegen wird dadurch lebensgefährlich für den Radler. "Der Fahrer muss genau in der richtigen Zehntelsekunde gucken, ansonsten ist die Gefahr groß!", sagt Siegfried Brockmann, der die Unfallforschung der Versicherer (UDV) in Berlin leitet.  

Abbiegeassistent auf EU-Ebene noch nicht Pflicht

18.04.2018, Niedersachsen, Hannover: Feuerwehrmänner stehen an einer Unfallstelle neben einem Lastwagen. Ein Junge ist am Mittwoch von einem Lastwagen überrollt und getötet worden. Das Kind war offenbar mit einem Fahrrad an einer Kreuzung unterwegs,
Ein Lkw hat in Hannover einen 11-jährigen Jungen vor den Augen der Mutter überfahren.
© dpa, Peter Steffen, pst fdt

Technik wie Abbiegeassisteten gibt es bereits. Sie warnen den Fahrer bei Gefahr, und viele bremsen sogar selbständig. Sie sind aber auf EU-Ebene bislang nicht verpflichtend. Darum fordern mehrere Länder, dass die Systeme in Deutschland zur Pflicht werden. Bis dahin bleibt nur, die Hoffnung, dass sowohl Lkw- als auch Radfahrer besonders vorausschauend fahren und lieber einmal zu viel anhalten als einen schweren Unfall zu riskieren.