2018 M07 21 - 13:03 Uhr

RTL-Reporterin wagt den Selbstversuch

Als RTL-Reporterin Julia Kaps hüfttief im Rhein steht, kann sie sich kaum noch auf den Füßen halten. Zu groß sind die Strömungen, die man auf den ersten Blick gar nicht so wahrnimmt. Zusammen mit der DLRG Bonn wagt sie den Selbstversuch: schwimmen im Rhein. Mit Schrecken muss sie feststellen, wie lebensgefährlich das werden kann.

"Ich kann mir richtig vorstellen, wie das Kinder wegziehen könnte"

Unter ständiger Beobachtung des Wasserrettungsdienstes stellt sich unsere Reporterin drei Gefahrenszenarien im Rhein. Selbst in der Nähe des Ufers bemerkt Julia schnell, wie stark die Strömungen schon an ihr zerren – dabei kann sie hier noch stehen. "Ich kann mir richtig vorstellen, wie das Kinder hier gerade wegziehen könnte", berichtet sie. Obwohl unsere Reporterin fit und eine gute Schwimmerin ist, machen ihr die Strömungen ganz schön zu schaffen. Gefährlich wird es erst recht, wenn man in den Sog eines Frachtschiffes gezogen wird. Dann werden die Strömungen noch einmal stärker.

Schwimmen im Fluss: Gefährliche Strömungen

Beim nächsten Versuch fährt Julia Kaps mit dem DLRG-Boot in die Mitte des Flusses. Hier geht sie ins Wasser, soll sich an einem Seil des Bootes festhalten. Was sich einfach anhört, wird zur kräftezehrenden Herausforderung. Die Strömung reißt an der Reporterin und saugt sie unter das Boot. Nur mit viel Mühe kann sie sich dagegen wehren.

Der Rhein hat eine Fließgeschwindigkeit von bis zu 9 km/h. Zum Vergleich: Ein untrainierter Schwimmer kommt gerade mal auf einen Stundenkilometer. Welche Auswirkung das haben kann, zeigt Julias Versuch, ans Ufer zu schwimmen. Innerhalb von einer Minute treibt sie über 100 Meter ab. Sie ist am Rande ihrer Kräfte: "Ich habe es komplett unterschätzt!"

Vorsicht ist auch bei flachen Ufergewässern geboten

Diese Grafik zeigt, welche Strömungen sich zwischen zwei Buhnen ergeben. Der Sog, der entsteht, kann einen Menschen in die Tiefe ziehen.
Diese Grafik zeigt, welche Strömungen sich zwischen zwei Buhnen ergeben. Der Sog, der entsteht, kann einen Menschen immer weiter in die Tiefe ziehen.
© RTL

Auch vermeintlich ruhige Flussbereiche, in denen das Wasser nicht tief ist, bergen Gefahren. Diese Abschnitte sind häufig von Buhnen eingerahmt, also Landzungen, die in die Gewässer ragen. Buhnen dienen dazu, die Strömung zu regulieren. Doch sobald ein Schiff vorbeifährt, stellt sich ein gefährlicher Effekt ein, wie Sebastian Görgen von der DLRG Bonn erklärt: "Man kennt das vom Strand: Erstmal wird vor der Welle das Wasser weggezogen, der Wasserpegel kann hier zwischen den Buhnen ruhig mal 20, 30 Zentimeter fallen. Mit einem Schlag kommt die Welle zurück. Im schlimmsten Fall wirst du in diesen Strudel gezogen und dann geht es nur noch abwärts."

Wir haben Sebastian Görgen gefragt, wie man sich verhalten soll, wenn man in einem Gewässer droht, abzutreiben. Im Video zeigen wir Ihnen, zu welchen Maßnahmen er rät.