Ist das die Zukunft der Windenergie?

Schwimmende Windkraftanlage wird auf Baggersee getestet

08. Juli 2020 - 21:09 Uhr

Zwei Turbinen auf einem schwimmenden Fundament in Geestland

Am Baggersee in Geestland bei Bremerhaven forschen Techniker vom Energieunternehmen EnBW an einem neuen Projekt für Windenergie. Es geht um eine schwimmende Windkraftanlage. Ihr Name: "Nezzy". "Weil sie ja doch so ein bisschen was hat von dem Ungeheuer von Loch Ness. Das Besondere an dieser Maschine ist, dass wir zwei Turbinen auf einem schwimmenden Fundament haben", sagt Sönke Siegfriedsen. Er ist Geschäftsführer eines Anlagenherstellers für Windenergie. Alle Daten, die die aktuell 18 Meter hohen Windräder senden, laufen in einem Container zusammen und werden direkt ausgewertet. Wie das aussieht, erfahren Sie im Video.

Windkraftanlage mit Seilen im Baggerseee-Boden verankert

Die schwimmende Anlage ist mit Seilen im Boden verankert, damit sie nicht wegschwimmt – und das ist besonders wichtig auf hoher See. Die Offshore-Windkraftanlagen, die zum Beispiel in der Nordsee stehen, sind fest im Meeresboden verbaut. Das geht aber nur bis zu einer Wassertiefe von rund 50 Metern. "Nezzy" schwimmt - egal, wie tief das Wasser ist.

Das ist der Vorteil von schwimmenden Offshore-Anlagen: Man kann sie auch dort errichten, wo man bisher keine Offshore-Windkraftanlagen bauen konnte. Zum Beispiel in Regionen, in denen der Wind stärker ist. Noch einen Monat läuft die Testphase – dann wird in die Ostsee gewechselt. Um zu sehen, was passiert, wenn noch Wellen dazukommen.

"Nezzy" könnte 2024 den Betrieb aufnehmen

2024 könnte "Nezzy" den Betrieb aufnehmen, dann aber zehnmal größer als das aktuelle Versuchsmodell. Insgesamt könnten die neuen Windräder jährlich 12.000 bis 15.000 Haushalte mit Strom versorgen.