Geestland: Kind ertrinkt bei Ausflug - Bewährungsstrafe für Erzieherin gefordert

Ein Mädchen, das nicht schwimmen kann, geht ohne helfendes Zubehör ins Wasser und ertrinkt (Symbolbild)
Ein Mädchen, das nicht schwimmen kann, geht ohne helfendes Zubehör ins Wasser und ertrinkt (Symbolbild)
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15. August 2018 - 21:43 Uhr

Die Kita-Gruppe unternahm einen Ausflug in ein Schwimmbad

Es ist der Albtraum aller Eltern: Ein siebenjähriges Mädchen ertrinkt im Juni 2017 während eines Kita-Ausflugs ins Schwimmbad. Drei Betreuerinnen werden angeklagt und stehen vor dem Amtsgericht Geestland bei Cuxhaven. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft für zwei von ihnen eine Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung gefordert.

Das Kind konnte nicht schwimmen und trug keine Schwimmhilfen

Die Anklagebehörde hält bei einer 50 Jahre alten Erzieherin eine Bewährungsstrafe von sieben Monaten angemessen, die Frau sei ihrer Aufsichtspflicht nicht nachgekommen. Für eine 64-Jährige forderte die Staatsanwaltschaft 1.500 Euro Geldstrafe, ebenfalls wegen fahrlässiger Tötung.

Die dritte angeklagte Erzieherin soll nach dem Plädoyer freigesprochen werden. Die 57 Jahre alte Frau sei beim Unglück nicht in der Nähe gewesen. Die 50-jährige Hauptangeklagte hätte hingegen erkennen müssen, dass ein Nichtschwimmerkind ins tiefe Wasser ging, sagte ein Gerichtssprecher nach Ende des ersten Verhandlungstages.

Das kleine Mädchen hatte keine Schwimmhilfen getragen und war ertrunken. Die drei Erzieherinnen einer Bremer Kita waren mit insgesamt 17 Kindern in der Therme. Im Prozess wurden Videoaufnahmen des Schwimmbads ausgewertet.

Laut Anklage sollen mindestens zwei der drei Erzieherinnen gewusst haben, dass das Mädchen nicht schwimmen konnte. Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft trug das Kind anfangs Schwimmhilfen. Dann soll die Siebenjährige eine Schwimmhilfe selbst abgelegt haben, beim Ablegen der anderen Schwimmhilfe soll ihr eine der Betreuerinnen geholfen haben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass diese Frau wusste, dass die Siebenjährige Nichtschwimmerin war. Die drei Erzieherinnen sind wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Aus Sicht der Verteidigung tragen die Frauen keine Schuld am Tod des Mädchens.