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Geduldete Azubis: Grüne kritisieren Integrationsgesetz

Belit Onay
Belit Onay (Bündnis90/Die Grünen) spricht vor den Abgeordneten. Foto: Holger Hollemann/Archiv © deutsche presse agentur

Abschiebung oder Ausbildung: Dieser Deal ist für mindestens 627 junge Menschen in Niedersachsen der einzige Weg, im Land zu bleiben. Das geht aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine Kleine Anfrage der Grünen hervor. Die Angaben vieler Kommunen aber fehlen, darunter der Großstädte Hannover und Braunschweig. Die Zahlen innerhalb Niedersachsens schwanken zudem stark: So genehmigte die Ausländerbehörde im Landkreis Osterholz dem Papier zufolge 56 Prozent der Anträge auf Ausbildungsduldung, die in Göttingen dagegen nur 2 Prozent.

Der Grünen-Landtagsabgeordnete Belit Onay kritisiert, dass es von den einzelnen Ausländerbehörden abhänge, ob ein Bewerber eine Ausbildung machen darf oder abgeschoben wird. Das "Netzwerk Unternehmen integrieren Flüchtlinge" in Berlin teilt diese Kritik.

Die Ausbildungsduldung ist Teil des Integrationsgesetzes von 2016. Sie kommt nur für abgelehnte Asylbewerber infrage, die nicht aus sicheren Herkunftsländern kommen und nicht straffällig geworden sind. Nach einer erfolgreichen Ausbildung dürfen sie zwei Jahre im erlernten Beruf in Deutschland arbeiten. Mit Ausbildung und Arbeitsplatz haben die ehemals abgelehnten Asylbewerber dann gute Chancen auf einen dauerhaften Aufenthalt, wie Constantin Bräunig vom "Netzwerk Unternehmen integrieren Flüchtlinge" sagt.


Quelle: DPA

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