Bewegende Gedenkfeier in den USA

Minneapolis trauert um George Floyd

04. Juni 2020 - 21:57 Uhr

Tausende nehmen von George Floyd Abschied

George Floyd kam nach einer brutalen Festnahme durch einen Polizisten in Minneapolis im US-Staat Minnesota ums Leben. Der Tod des Afroamerikaners löste heftige Proteste im ganzen Land aus. Am Donnerstag nehmen Tausende in einer Trauerfeier Abschied vom Verstorbenen. Die Bilder zeigen wir im Video.

Polizeieinsatz kostete George Floyd das Leben

Angehörige, Freunde, Politiker und Persönlichkeiten wie die Bürgerrechts-Ikone Jesse Jackson nehmen an der Zeremonie am Donnerstag an der Universität North Central teil. Der bekannte Pastor und Bürgerrechtler Al Sharpton hält die Trauerrede. Wegen der Corona-Pandemie gelten strenge Social-Distancing-Regeln. Die Anwesenden werden aufgefordert Abstand zu halten, am Eingang werden sie auf Fieber gemessen.

Auch in anderen Landesteilen gibt es Orte, wo sich Menschen von dem Opfer brutaler Polizeigewalt verabschieden können. Nach der Trauerfeier soll Floyds Leichnam in dessen Geburtsort nach North Carolina gebracht werden. Dort wird er am Samstag für zwei Stunden aufgebahrt, heißt es.

Anklage gegen alle beteiligten Polizisten

Der Generalstaatsanwalt des US-Bundesstaats Minnesota erhob am Donnerstag Anklage gegen alle vier beteiligten und inzwischen entlassenen Polizisten. Hauptangeklagter ist der weiße Ex-Beamte Derek Chauvin, dem nunmehr Mord zweiten Grades zur Last gelegt werde, wie Senatorin Amy Klobuchar mitteilte. Ihm drohen damit bis zu 40 Jahre Haft. Die drei anderen Beteiligten würden wegen Beihilfe und Anstiftung zum Mord angeklagt, berichtete die Zeitung "Star Tribune" am Mittwoch unter Berufung auf Insider. Stellungnahmen der Staatsanwaltschaft und der Anwälte der Ex-Polizisten waren zunächst nicht zu erhalten.

Floyd starb, nachdem Chauvin fast neun Minuten auf seinem Hals gekniet hatte. Chauvin ließ auch dann nicht von Floyd ab, als dieser mehrfach stöhnte, er bekomme keine Luft. Der Vorfall wurde mit einer Handykamera festgehalten. Er löste in zahlreichen Städten in den USA und in anderen Ländern Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt aus, bei denen es teilweise zu Ausschreitungen kam. Chauvin war vergangene Woche zunächst wegen Mord dritten Grades und Totschlag zweiten Grades angeklagt worden.