Geburt hinter Gittern: Wenn Kinder im Knast aufwachsen

11. Dezember 2013 - 19:38 Uhr

Die ersten Schritte hinter Stacheldraht

Gerade sorgt der Fall einer Gefängnisinsassin für Aufsehen, die von einem Wärter geschwängert wurde. Ihre Haftstrafe bedeutet für sie und das Baby, dass sie es hinter Gittern bekommen und großziehen muss. Ein unfassbares Schicksal für das noch ungeborene Kind.

Doch der Fall, dass schwangere Frauen oder junge Mütter ins Gefängnis kommen, ist gar nicht so selten. Auch Roxana war in der achten Woche Schwanger, als sie in den Knast kam. Ihr kleiner Sohn wächst hinter Gittern auf, stets an der Seite der Mutter. Bis zur Haftentlassung ist der Kleine zwei Jahre alt und kennt weder Zoo noch Eisdiele und hat noch nie im Leben eine Kuh gesehen.

Der Sozialarbeiter und Experte für Eltern-Kind-Beziehungen Thomas Sonnenburg erklärt, dass diese Lösung nicht immer die Schlechteste für ein Kind ist. Häufig wachsen solche Kinder bei Eltern auf, die Drogen oder Alkohol konsumieren, mit denen dann auch der Nachwuchs konfrontiert wird. In der Haft werden Mütter und Kinder überwacht und begleitet.

In vielen Fällen kann das Kind auch einen positiven Beitrag zur Resozialisierung der Mütter beitragen. Die Frauen sind so gezwungen, Verantwortung für ihre Babys zu übernehmen und sich um das Kind zu kümmern.