Gebärmutterhalskrebs: Hilft die Kupferspirale gegen HP-Viren?

09. März 2018 - 17:02 Uhr

Studie entdeckt Wirkung von Kupferspirale

Für jede Frau ist die Diagnose Gebärmutterhalskrebs ein Schock. Als Schutz werden bisher eine regelmäßige Krebsvorsorge und eine frühzeitige Impfung empfohlen. Jetzt scheint eine amerikanische Studie noch ein weiteres Hilfsmittel als Vorbeugung gegen den Krebs gefunden zu haben: Die Kupferspirale.

Das Kupfer wirkt scheinbar gegen die HP-Viren

Was die Verhütung angeht, greifen immer mehr Frauen auf eine hormonfreie Kupferspirale zurück. Neben dem verhütenden Effekt scheinen kalifornische Wissenschaftler noch etwas Weiteres herausgefunden zu haben: Die Kupferspirale soll scheinbar das Risiko für Gebärmutterhalskrebs senken. ​

Gebärmutterhalskrebs wird von humanen Papillomaviren (HPV) ausgelöst, die in der Regel beim Geschlechtsverkehr übertragen werden. Oft werden sie vom Immunsystem erfolgreich bekämpft. Überleben die Viren jedoch, nisten sie sich in der Gebärmutterhalsschleimhaut ein und verursachen Zellveränderungen. Diese Veränderungen führen zu Gebärmutterhalskrebs.

Die Daten von über 12.000 Frauen wurden von der kalifornischen Universität 'Keck School of Medicine of the University' ausgewertet. Dabei fanden sie heraus: Das Auftreten von Gebärmutterhalskrebs war bei Frauen, die mit Kupferspiral verhüteten, um 30 Prozent niedriger als bei den anderen untersuchten Frauen. Die Forscher vermuten, dass durch die Kupferspirale eine Reaktion des Immunsystems hervorgerufen wird. Diese Reaktion könnte vorhandene Papillom-Viren erfolgreich bekämpfen.

Eine andere Theorie ist, dass durch das Herausziehen der Spirale auch die HPV-befallenen Zellen mit entfernt werden. Zurzeit wird weiter an diesem Effekt geforscht.

Risikofaktoren und Behandlung von Gebärmutterhalskrebs

Es gibt einige Risikofaktoren, die Gebärmutterhalskrebs begünstigen können. Dazu zählen: häufiger Wechsel der Sexualpartner, frühe sexuelle Aktivität, sexuell übertragbare Krankheiten, aber auch Rauchen oder eine Vielzahl von Schwangerschaften.

Wenn eine Frau an Gebärmutterhalskrebs erkrankt ist, entscheidet das Stadium der Erkrankung über die Therapie. Leichte Veränderungen können sich selbst zurückbilden. Außerdem kann durch eine Konisation verändertes Gewebe entfernt werden. In fortgeschrittenem Stadium ist jedoch eine umfangreichere Operation notwendig, oftmals muss dabei die Gebärmutter entfernt werden. Zusätzlich oder auch stattdessen kann eine Strahlen- oder Chemotherapie zur Anwendung kommen.

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

Vorsorge ist besonders wichtig

Um Gebärmutterhalskrebs frühzeitig zu erkennen, ist die jährliche Krebsvorsorge beim Gynäkologen besonders wichtig. Beim sogenannten PAP-Test wird ein Abstrich der oberflächlichen Zellen vom Gebärmutterhals (Zervix) gemacht. Zellveränderungen können dadurch festgestellt werden.

Zudem wird empfohlen, dass Mädchen zwischen 9 und 14 Jahren noch vor dem ersten sexuellen Kontakt die HPV-Impfung bekommen.

Hier finden sie mehr Informationen zur richtigen Krebsvorsorge sowie Vor- und Nachteile der Kupferspirale.