GdP: Anderes derzeit dringender als eine Studie

21. Juli 2020 - 13:00 Uhr

Eine Studie über Gewalt gegen Polizisten hält die hessische Gewerkschaft der Polizei (GdP) derzeit nicht für notwendig. Sicherlich wäre eine Studie gerade zu soziologischen Hintergründen von Übergriffen hilfreich, sagte GdP-Landeschef Andreas Grün am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. "Aber das ist jetzt glaube ich momentan nicht unbedingt das, was wir dringend brauchen", sagte Grün mit Blick auf die andauernde Drohmail-Affäre in Hessen und Rechtsextremismus- sowie Rassismusvorwürfe gegen die Polizei.

Den Beamten brenne nicht nur auf den Nägeln, dass die rechtsextreme Drohmail-Serie gegen Politiker und andere Personen des öffentlichen Lebens aufgeklärt werde, sondern auch, dass von "pauschalen und undifferenzierten" Vorwürfen zu einer sachlichen Debatte zurückgekehrt werde. "Das ist das, was wir momentan wünschen, weil die Kollegen draußen wirklich jeden Tag Vorhaltungen gemacht bekommen."

Nach den Krawallen auf dem Frankfurt Opernplatz, bei denen in der Nacht zum Sonntag laut Polizei auch Beamte angegriffen worden waren, hatte sich Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) für eine Studie zu Gewalt gegen Polizisten ausgesprochen. Grün zufolge werden seit Jahren zumindest in Hessen Zahlen zu Übergriffen erfasst. "Wir können da Trends ableiten, wir sehen, dass es Steigerungen gibt." Im vergangenen Jahr wurden demnach rund 4000 Vorfälle registriert.

Quelle: DPA