Gaza-Wiederaufbau: Geberkonferenz sammelt zwei Milliarden Euro

Die Wiederaufbauarbeiten dürften nicht nur im Osten von Gaza-Stadt lange andauern.
© REUTERS, MOHAMMED SALEM

13. Oktober 2014 - 12:58 Uhr

Deutschland steuert zusätzlich weitere 50 Millionen Euro zu

Die internationale Gemeinschaft hat bei einer Geberkonferenz in Kairo mehr als zwei Milliarden Euro für den Wiederaufbau des Gazastreifens zugesagt. Insgesamt 450 Millionen Euro will die EU bereitstellen, wie die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton sagte. Die USA geben nach Angaben von Außenminister John Kerry 212 Millionen US-Dollar (rund 168 Millionen Euro). Mit umgerechnet rund 792 Millionen Euro bringt das Emirat Katar die größte Einzelspende auf.

An der von Ägypten und Norwegen einberufenen Konferenz nahmen rund 30 Außenminister sowie regionale und internationale Organisationen teil. Die Gelder werden zur Beseitigung der schweren Schäden benötigt, die der jüngste Gaza-Krieg hinterlassen hat. Israel hatte im Juli und August mehr als 5000 Ziele in dem Palästinensergebiet angegriffen, um den Raketenbeschuss der islamistischen Hamas einzudämmen. Militante Palästinenser feuerten 4500 Raketen auf Israel ab. Mehr als 2100 Palästinenser und mehr als 70 Israelis wurden in dem 50-tägigen Krieg getötet. 18 000 Häuser wurden nach Angaben der UN -Nothilfeorganisation Ocha zerstört oder beschädigt.

Die beiden Kriegsparteien Israel und die Hamas waren nicht zur Konferenz eingeladen. Lediglich die Autonomiebehörde unter Führung von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas war in Kairo. Abbas bezifferte die Wiederaufbaukosten auf insgesamt rund vier Milliarden Dollar. Deutschland steuert - zusätzlich zu seiner Beteiligung an den EU-Geldern - weitere 50 Millionen Euro bilaterale Hilfe bei. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier betonte, ein Zurück in die alte Konfrontation dürfe es nicht geben. "Niemand will Infrastruktur aufbauen, nur damit sie kurz darauf wieder zerstört wird", hieß es in einer Mitteilung seines Amtes. Gaza dürfe deshalb nicht mehr von der Hamas und anderen Extremisten als Waffenlager missbraucht werden. Zudem müssten die Menschen eine wirtschaftliche Perspektive erhalten.