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Gaza-Krieg: Israel wird an drei Fronten mit Raketen beschossen

Gaza-Krieg: Israel wird an drei Fronten mit Raketen beschossen

Netanjahu: Die Offensive wird andauern "bis ihre Ziele erreicht sind"

Fast sieben Wochen nach Beginn des Gaza-Kriegs ist Israel an drei Fronten unter Raketenbeschuss geraten. Aus Syrien und dem Libanon wurden in der Nacht zum Sonntag insgesamt sieben Raketen abgefeuert. Auch die Angriffe aus dem Gazastreifen dauerten an.

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In Rafah, im Süden des Gazastreifens, wurde ein mehrstöckiges Gebäude beschossen.
REUTERS, IBRAHEEM ABU MUSTAFA

Fünf aus Syrien abgefeuerte Raketen schlugen an verschiedenen Orten auf den Golanhöhen ein. Nur Stunden zuvor hatten Extremisten aus dem Libanon zwei Raketen auf den Norden Israels abgefeuert. Ein Haus in Galiläa sei getroffen worden, teilte der israelische Rundfunk mit. Acht Menschen hätten einen Schock erlitten. Israel legte den Angaben zufolge Beschwerde bei der internationalen Beobachtertruppe Unifil im Südlibanon ein.

Die neuen Angriffe nährten die Sorge vor einer Ausweitung des Gaza-Konflikts. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu rief die Gaza-Bewohner zum Verlassen sämtlicher Gebäude auf, die die radikal-islamische Hamas als Basis für ihre Attacken nutze. Wenige Stunden später folgten neue Militärschläge auf Ziele im Gazastreifen.

Konflikt forderte bereits mehr als 2.100 Todesopfer

Netanjahu forderte die Bewohner in Gaza auf, sich aus Häusern zurückzuziehen, die von radikalen Islamisten genutzt würden. "Jeder dieser Orte ist ein Ziel für uns." Kurz darauf wurde Anwohnern zufolge im Süden des Gazastreifens eine Ansiedlung rund um das Haus eines Hamas-Vertreters durch einen Luftangriff zerstört. In Gaza-Stadt starb laut Israel ein für die Geldbeschaffung zuständiges Hamas-Mitglied bei einem Angriff auf sein Auto. Im Flüchtlingslager Dschabalja wurden drei Kinder und ihre Mutter getötet, als ihre Unterkunft Medizinern zufolge ohne Vorwarnung bombardiert wurde. Der Hintergrund dieses Angriffs blieb unklar.

Ein Hamas-Sprecher bezeichnete Netanjahus Warnung an die Bevölkerung, sich von möglichen Zielen fernzuhalten, als Kriegsverbrechen. Seit Beginn der israelischen Offensive am 8. Juli starben Palästinensern zufolge durch die Gewalt in Gaza mehr als 2000 Menschen - meist Zivilisten. Israel wirft der Hamas vor, selbst für diese Opfer verantwortlich zu sein, weil sie sich in Wohngebieten verschanze. Die Miliz weist dies zurück. Die israelische Armee veröffentlichte nun ein Dokument, bei dem es sich nach ihren Angaben um eine Anleitung der Hamas zum Versteck von Waffen und Munition unter Zivilisten handelt. Die Hamas sprach von einer Fälschung.

Bundeskanzlerin Angela Merkel forderte unterdessen Katar auf, seinen Einfluss auf die Hamas für einen Waffenstillstand geltend zu machen. In einem ARD-Interview sagte sie, dass sich Hamas-Chef Chaled Maschaal in Katar aufhält. "Deshalb hat Katar hier sicher auch die Möglichkeit einzuwirken." Sie fordere, dass das Golf-Emirat die Bemühungen um eine Gesprächslösung unterstütze "und nicht in eine ganz andere Richtung arbeitet". Die Kanzlerin verteidigte das Vorgehen Israels gegen die Hamas, die immer wieder Zivilisten in den Konflikt hineinziehe. "Israel muss erst einmal sicherstellen, dass seine eigenen Bürger nicht dauernd Opfer von Raketenangriffen sind." Israel hatte seine Offensive damit begründet, den Beschuss aus Gaza stoppen zu wollen. Auf israelischer Seite wurden in dem jüngsten Konflikt 64 Soldaten und vier Zivilisten getötet.