Gauck will militärische Option in der Ostukraine ausschließen

Bundespräsident Joachim Gauck hat sich erneut klar gegen eine militärische Lösung in der Ostukraine ausgesprochen.
Bundespräsident Joachim Gauck hat sich erneut klar gegen eine militärische Lösung in der Ostukraine ausgesprochen.
© dpa, Tim Brakemeier

28. Februar 2015 - 10:05 Uhr

"Eine militärische Option gibt es nicht"

Bundespräsident Joachim Gauck hat alle Beteiligten im Ukraine-Konflikt aufgerufen, eine militärische Lösung auszuschließen. Dem Hörfunksender MDR Info sagte er: "Wir haben ganz klar die Vorstellung, eine militärische Option gibt es nicht. Und wir würden es sehr gerne so sehen, dass alle Seiten des Verhandlungstisches so einen Satz formulieren würden."

Weiter sagte Gauck nach Angaben des Senders: "Es gibt insgesamt immer noch die Hoffnung, dass vonseiten der Separatisten das Minsker Abkommen auch eingehalten wird, und dass Russland seinen Einfluss stärker einbringt, als es das bisher getan hat." Die Forderung nach Waffenlieferungen für die Ukraine lehnte der Bundespräsident ab.

Er lobte die Politik der Bundesregierung, die immer wieder auf eine Verhandlungslösung des Konflikts setze. "Das bewundere ich auch an unserer Kanzlerin und an unserem Außenminister, dass sie sich nicht entmutigen lassen."

Für einen Besuch in Moskau, wie er seit langem in der Planung ist, sieht Gauck derzeit kaum eine Chance. Allerdings werde er zum 70. Jahrestag des Kriegsendes ganz besonders an das Leid von Millionen sowjetischer Kriegsgefangener in Deutschland erinnern.