"Langsam geht uns die Puste aus“

Gastronomen und Einzelhandel fürchten verlängerten Lockdown

11. Februar 2021 - 14:47 Uhr

Großer Unmut in der Wirtschaft

Seit Mittwoch ist klar: Der Lockdown wird erneut verlängert. Für Gastronomie und Einzelhändler ist das eine Hiobsbotschaft. Viele fürchten ihre Existenz. Gastronom und Koch Christopher Crell berichtet im Video, wie schlecht es um seine Branche steht und Kollegen von ihm bereits ganz schließen mussten.

Öffnungsperspektive gefordert:

Seit Mittwoch steht fest. Der Lockdown wird mindestens bis zum 7. März verlängert. Erste Lockerungen soll es für den Einzelhandel ab einer 7-Tages-Inzidenz von unter 35. geben. Dennoch für viele bedeutet das erst einmal keine klare Öffnungsperspektive und Planungsunsicherheit.

Die Politik "bleibt in dieser für uns alle dramatischen Situation den vor Wochen versprochenen Plan zum Ausstieg aus dem Lockdown schuldig", sagte Stefan Genth vom Handelsverband Deutschland. Pro geschlossenem Verkaufstag verlieren demnach die Einzelhändler Umsätze von rund 700 Millionen Euro. Nach einer aktuellen HDE-Umfrage unter 1000 Unternehmen sieht sich mehr als jeder zweite vom Lockdown betroffene Händler ohne weitere staatliche Hilfen in Existenzgefahr.

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Perspektivlosigkeit unter vielen Gastronomen

Auch unter vielen Gastronomen macht sich Perspektivlosigkeit breit. "Wir haben nicht mit einem konkreten Öffnungsdatum gerechnet, aber definitiv mit einer Aussage, wann und unter welchen Voraussetzungen Hotels und Restaurants wieder Gäste empfangen dürfen. Wir hatten klare Perspektiven erwartet", erklärt Ingrid Hartges. Sie ist Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes kurz Dehoga. Hinzu komme, dass noch immer nicht genügend staatliche Hilfen ankommen.

So geht es auch Christopher Crell. Der Frankfurter Koch leitet neben seinem Restaurant "Trares" auch einen gleichnamigen Catering-Service. Um weitere Kosten zu decken musste bisher eine höhere fünfstellige Summe aus dem privaten Vermögen herhalten, nur 16.000 Euro vom Staat gab es bisher. "Langsam geht auch bei uns die Puste aus", sagt der TV-Koch.

Nun sollen in den nächsten Tagen weitere Hilfen fließen, bis zu 100.000 Euro pro Monat. Anträge zu den Überbrückungshilfen III können ebenfalls gestellt werden. "Ich glaub, dass ist für viele, die echte große Liquiditätsprobleme haben und natürlich auch Sonderopfer bringen jetzt im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie eine wichtige und sehnlichst erwartete Mitteilung", erklärte die Kanzlerin.

Für manche kommt die Hilfe dann jedoch zu spät. Noch gibt es zwar keine belastbaren Zahlen wie viele Unternehmen in der Dienstleistungs-Branche durch Corona pleite gegangen sind, doch der Gastronom und Koch Christopher Crell kennt Kollegen, die aufgeben mussten.

Quelle: reuters/ dpa/ RTL.de