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Garten-Irrsinn in Köln: Anwohner sollen ihre eigenen Vorgärten erneut kaufen

Garten-Irrsinn in Köln: Anwohner sollen ihre eigenen Vorgärten erneut kaufen

Köln: Anwohner sollen ihre Gärten neu kaufen Weil die Stadt einen 100 Jahre alten Fehler richten will

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Wenn der Garten plötzlich nicht mehr dir gehört

Was soll das denn bitte? In Köln sollen jetzt Anwohner ihre eigenen Vorgärten noch einmal kaufen. Die Stadtverwaltung meint das vollkommen ernst und bringt damit eine gesamte Nachbarschaft in Aufruhe. RTL hat sich die Lage vor Ort genauer angeschaut.

Kölner Realsatire in der Etzelstraße

Eines Morgens flatterte den Eigentümern der Häuser in Köln-Mauenheim Post von der Stadt in den Briefkasten. Im Schreiben heißt es: Ein 1,5 Meter breiter Streifen der Vorgärten gehöre eigentlich der Stadt. Zum Ausgleich verlangt die Verwaltung 300 Euro pro Quadratmeter. Das macht insgesamt rund 4.000 Euro für ein Stück Vorgarten, dass vielen bereits seit Jahrzehnten den Anwohnern gehört.

Die 63 betroffenen Eigentümer sind schockiert und dachten zunächst an einen schlechten Scherz. Aber so war es nicht. Ihnen bleiben jetzt nur drei Möglichkeiten: sie bezahlen, klagen oder geben das Grundstück an die Stadt zurück. Für die meisten stand sofort fest: sie klagen!

Hier wird um jeden Meter bitterlich gestritten

Dass der anderthalb Meter breite Vorgartenstreifen der Stadt gehöre, hätten die Beamten offenbar erst gemerkt, als sie sich die Straße auf Google Maps genauer ansahen. Recherchen hätten schließlich ergeben, dass der Fehler bereits beim Bau der Häuser 1921 passiert sein soll, berichtet der "Kölner Stadt-Anzeiger". Damals sei niemandem aufgefallen, dass die Grundstücksgrenze nicht zum öffentlichen Straßenland stimmt.

Die Eigentümer fordern jetzt die Stadt auf, per Grundbucheintrag zu beweisen, dass sie tatsächlich der rechtmäßige Eigentümer der Grundstückteile sind. Sie sind guter Hoffnung, denn nun hat sich auch der stellvertretende Bürgermeister auf ihre Seite gestellt. Er will helfen, die Vorgärten zu erhalten, ohne dass sie irgendwer ein zweites Mal kaufen muss.

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Was will die Stadt Köln mit den Vorgärten eigentlich?

Seitens der Stadt wollte sich niemand offiziell zu dem Fall äußern. Vielleicht brauchen sie die Fläche, weil die Straße zu eng oder der Bürgersteig zu schmal ist? Oder es geht mal wieder nur ums Geld. Immerhin könnte die Stadt allein von den Eigentümern der Etzelstraße rund 270.000 Euro einkassieren. Zudem laufen derzeit rund 50 ähnliche Verfahren in anderen Stadtteilen.

Um das zu klären, hat RTL Experten dazu geholt und die Umstände vor Ort analysiert. Das Ergebnis sehen Sie im Video.