Garten der Sternenkinder: Behörde entfernt einfach Spielsachen von Babygrab in Mettmann

02. März 2018 - 14:21 Uhr

Auf einmal war das Spielzeug von Grab ihres Sternenkindes verschwunden

Familie Corda wollte es ihrer verlorenen Tochter nur schön machen: Sie schmückten das Grab von Zoey Alice mit einer Barbie-Puppe, kleinen Spielzeugen und Blumen. Doch plötzlich war Zoeys letzte Ruhestätte so gut wie leer. Schuld daran sind nicht irgendwelche Diebe, sondern die Stadt – denn die hat einfach alles abgeräumt.

Familie Corda ist geschockt: "Wir waren nur sprachlos."

Kristina (25) und Benjamin Corda (36) müssen am 15. Juli 2014 einen schweren Schicksalsschlag hinnehmen: In der 18. Schwangerschaftswoche verlieren sie ihr Kind Zoey Alice. Ihr Sternenkind wird auf dem Friedhof in Mettmann (NRW) begraben. Dort schmücken sie die Ruhestätte unter anderem mit einer Barbie-Puppe, Blumen und einer Spielzeug-Eule. Doch plötzlich sind die meisten Sachen weg! Nicht etwa Diebe haben sich an dem Grab zu schaffen gemacht, sondern die Stadtverwaltung Mettmann.

Nach dreieinhalb Jahren hatte die Behörde im Dezember 2017 viele Sachen vom Grab genommen - obwohl dem Paar vorher telefonisch zugesichert wurde, dass es das Grab seiner Tochter individuell gestalten dürfe. Dieses Versprechen nahm die Stadt Mettmann nun zurück. In einem Schreiben vom 16. Februar wurde der Familie mitgeteilt: "Der Garten der Sternenkinder soll ein ruhiger Ort bleiben, der von einer einheitlichen Gestaltung geprägt ist." Scheinbar gehört Spielzeug bei Kindergräbern für die Verwaltung nicht dazu.

Vater Benjamin Corda ist entsetzt: "Warum dürfen wir das Grab für unsere Tochter nicht einfach machen, so wie wir das möchten? Das ist das Einzige, was wir noch für sie tun können." Auch Mutter Kristina kann ein solches Verhalten nicht nachvollziehen: "Wir waren nur sprachlos."

Stadt Mettmann entschuldigt sich bei Familie Corda

Zwar bedauert die Stadt, dass die Eltern diese Änderung als belastend empfinden, aber eine Bepflanzung und Schmückung der Gräber durch die Eltern sei nicht vorgesehen. Sie räumt jedoch ein, dass es besser gewesen wäre, die Eltern im Vorfeld der Räumung zu informieren.

Mittlerweile steht nur noch ein Windspiel auf dem Grab von Sternenkind Zoey Alice. Doch die Familie möchte wieder ein buntes Grab für ihre Tochter - zur Not mit Hilfe eines Anwalts.