Das sollten Sie über den gutartigen Tumor wissen

Ganglion: So entsteht ein Überbein - und so verschwindet es wieder

07. Februar 2020 - 6:18 Uhr

Ein Ganglion taucht meist an der Hand auf

Sie haben am Finger oder an Ihrem Handgelenk schon mal einen Knubbel ertastet oder gesehen, der Ihnen merkwürdig vorkommt? Vielleicht handelt es sich dabei um ein Ganglion, auch Überbein genannt. Aber was genau ist ein Ganglion? Und was kann man dagegen tun?

Was ist ein Ganglion?

Ein Ganglion ist eine Gelenkausstülpung, die oft am Handrücken, oberhalb des Daumens an der Beugeseite der Hand oder auch an den Fingergelenken auftritt: Seltener tritt ein Ganglion an Knie, Ellenbogen oder Fuß auf. Genauer gesagt, handelt es sich bei einem Ganglion um eine wassergefüllte Zyste, die meistens entsteht, weil sich zu viel Gelenkflüssigkeit im Inneren eines Gelenkes befindet.

Warum entsteht ein Ganglion?

Ärzte gehen davon aus, dass die Gelenkkapsel dem Druck von zu viel Gelenkflüssigkeit irgendwann nicht mehr standhalten kann und sich bei schwachem Bindegewebe die weichen Gelenkhäute nach außen zu einer Blase stülpen. Aus dem Gelenkinneren strömt Gelenkschmiere in den entstandenen Hohlraum. Die Menge an Flüssigkeit bestimmt dann die Größe des Ganglions, die sich je nach Menge der Flüssigkeit verändern kann. Die hautüberzogene Blase kann im Durchmesser bis zu acht Zentimeter groß werden.

In den häufigsten Fällen ist ein Ganglion für den Arzt schnell sichtbar und lässt sich erfühlen. Ist der Arzt sich allerdings nicht sicher, kann eine Ultraschalluntersuchung dabei helfen den gutartigen Handtumor zu diagnostizieren.

Bei wem kann ein Ganglion entstehen?

Bei den meisten Menschen, die ein Ganglion haben, tritt der Knubbel im Alter von 20 bis 40 Jahren an der Hand auf. An anderen Gelenken – wie Knie, Ellenbogen oder Fuß – entsteht der gutartige Tumor eher selten. Vor allem Frauen sind anfällig für Ganglien. Oft ist eine Bindegewebsschwäche oder Vorerkrankung der Gelenke der Auslöser. Ganglien können aber auch durch Gelenküberreizung entstehen und machen etwa 50 Prozent der gutartigen Haut- und Weichteiltumore aus.

Symptome von Ganglien

Neben dem typischen Knubbel in Gelenksnähe gibt es noch andere Symptome, die ein Ganglion auslösen kann:

In der Regel verursacht ein Ganglion keine Schmerzen. Dennoch wird es von vielen Betroffenen als kosmetisches Problem gesehen, da die Beule oft deutlich zu sehen ist.

Außerdem kann es die Beweglichkeit des Gelenks einschränken, was je nachdem, wo sich das Ganglion befindet, unangenehm sein kann. Abgesehen davon ist ein Ganglion in der Regel nicht schmerzhaft.

Drückt die Zyste auf umliegende Nerven am Gelenk, kann dies zu einem Schwächegefühl, Kribbeln oder Taubheit führen. Das Gefühl kann dann auch in die Finger oder bis zu den Ellbogen ziehen.

Wie sollte ein Überbein behandelt werden?

In etwa der Hälfte der Fälle geht das Überbein auch ohne jegliche Behandlung zurück. Daher wird Warten – besonders bei kleinen, schmerzfreien Ganglien – oft als erste Therapie empfohlen. Die Behandlung hängt in jedem Fall davon hab, wie stark die Beschwerden sind.

Ist das Ganglion sehr groß, schmerzt oder schränkt die Bewegung des betroffenen Gelenks ein, kann es auch operativ entfernt werden.

Die Ganglion-Operation ist oft unter örtlicher Betäubung möglich. Hier wird das Überbein als Ganzes entfernt. Wenn von einer Ganglion-Operation abgesehen werden möchte können in einigen Fällen auch abschwellende Salben oder Krankengymnastik verschrieben werden. In einer weniger invasiven Prozedur kann die Blase aber auch vom Arzt mit einer Hohlnadel aufgestochen werden, um die Flüssigkeit ablaufen zu lassen. So bildet sich das Überbein meist zurück. Um die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Bildung zu minimieren, werden Medikamente, wie zum Beispiel Kortison, in den verbliebenen Hohlraum gespritzt.

Behandlung des Überbeins unter keinen Umständen selbst durchführen

Bei beiden Entfernungsmethoden liegt das Risiko, dass das Ganglion wieder auftritt, allerdings bei mindestens 20 Prozent. Nach einem operativen Eingriff dauert es in der Regel einige Zeit bis der Patient die Hand wieder normal bewegen kann. Um eine zu frühe Belastung zu unterbinden wird das Handgelenk oder andere betroffene Stelle ruhig gestellt. Ärzte raten in jedem Fall davon ab, das Überbein selbst aufzustechen oder auf andere Weise zu entfernen.