Kaufhauskonzern

Galeria in Schieflage: Sorge um Karstadt-Stammhaus in Wismar

Stammhaus der Karstadt
Das Karstadt-Stammhaus in Wismar.
Jens Büttner/dpa-Zentralbild/ZB/Archivbild

In Wismar richten sich die Blicke auf das Karstadt-Stammhaus, seit der Galeria-Konzern angekündigt hat, sein Kaufhaus-Netz in Deutschland deutlich auszudünnen. Die CDU will um den Standort kämpfen.

Nach der Ankündigung des Kaufhauskonzerns Galeria Karstadt Kaufhof, zahlreiche Häuser in Deutschland zu schließen, gibt es in Wismar Sorge um das Karstadt-Stammhaus. Die CDU in der Hansestadt appelliert in einem am Donnerstag bekannt gewordenen Antrag für die Bürgerschaft an die Galeria-Leitung, sich der Historie und der besonderen Bedeutung des Stammhauses bewusst zu werden und den Standort zu erhalten. Wismars Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) soll die Leitung der Galeria Karstadt Kaufhof GmbH zu einem Besuch einladen.

In Wismar hatte Rudolph Karstadt 1881 sein Tuch-, Manufactur- und Confectionsgeschäft Karstadt mit billigen Festpreisen gegen Barzahlung gegründet. Das heutige Kaufhaus wurde 1907 errichtet.

Der Galeria-Konzern hat bislang offen gelassen, welche Häuser geschlossen werden sollen. Es hieß lediglich, das bestehende Filialnetz solle deutlich reduziert werden. Man wolle sich von Häusern trennen, die nicht mehr profitabel zu betreiben seien. Über einzelne Standorte, die jetzt Gegenstand einer sehr sorgfältigen Einzelfallbetrachtung und Analyse sind, können wir zu diesem Zeitpunkt noch keine Aussagen treffen, erklärte ein Sprecher.

Vor dem Hintergrund der Energiekrise und der Konsumflaute hatte das Management des Warenhauskonzerns am Montag bekanntgegeben, dass mindestens ein Drittel der 131 Kaufhäuser in Deutschland geschlossen werden sollen und betriebsbedingte Kündigungen unvermeidlich seien. Das Unternehmen suchte zum zweiten Mal innerhalb von weniger als zwei Jahren Rettung in einem Schutzschirmverfahren.